Multifunktionsteile Höchste Präzision auch ohne Späne

Redakteur: Annedore Munde

Beim Drehen entstehen komplexe Multifunktionsteile, die sich durch eine hohe Präzision auszeichnen. Das spanende Verfahren ist jedoch auch durch hohe Teilekosten gekennzeichnet. MM sprach mit Lukas Schmieg, dem Leiter Zentrale Technik bei der Arnold Umformtechnik, über Alternativen im Bereich der Kaltmassivumformung.

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Herr Schmieg, seit einigen Monaten stellt Arnold Umformteile auf einer Sechs-Stufen-Presse her. Wie wirkt sich das auf das Leistungsangebot des Unternehmens aus?

Schmieg: Wir haben in die neue Presse, eine Hatebur Coldmatic AKP 4-6 S, investiert, um besser auf die Anfragen unserer Kunden reagieren zu können. Mit der uns bisher zur Verfügung stehenden Fünf-Stufen-Technik konnten wir viele Anfragen zu Präzisionsteilen bisher nicht in der erforderlichen Qualität und Kostenstruktur bearbeiten und mussten den Auftrag somit ablehnen.

Jetzt haben wir automatisch unser Leistungsspektrum erweitert: Der Entwicklung und Herstellung komplexerer und neuer Präzisionsteile steht nichts mehr im Weg. Bereits vor der eigentlichen Anschaffung hatten wir drei Aufträge vorliegen, die wir nun auf dieser Presse abarbeiten können.

Welche technischen Kennziffern stehen dahinter?

Schmieg: Die Gesamtpresskraft liegt bei 2300 kN. Die Werkzeuge für die sechs Umformstufen sind mit einem Prozessmonitoring-System gekoppelt. Für jedes Werkzeug überwachen jeweils 2 Sensoren die Teile und den Transport. Der sichere Quertransport wird mit sieben Greiferzangen realisiert.

Auch die Steuerzeiten für den Transport sind einstellbar. So können die Teile zeitlich gesteuert aus der Matrize ausgeworfen werden. Die kurze Umrüstphase ist für uns ein weiterer wichtiger Aspekt.

Zur Philosophie unseres Unternehmens zählen individuelle Kunden-Lösungen, also keine Massenproduktion. Das heißt, wir müssen die Werkzeuge oft wechseln.

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