Schwer + Kopka Hybride Kraft-Körperschallsensorik sichert die Produktion von hochpräzisen Stanzteilen
Beim Hochleistungsstanzen kommt es immer wieder zu Prozessstörungen die durch Vorschubfehler, Stempelbrüchen oder Oberflächenbeschädigungen als Folge von verpressten Spänen oder Stanzbutzen verursacht werden. Mit herkömmlicher Messtechnik wie etwa der Wirbelstrommessung oder einer reinen Körperschallmessung werden nur unzureichende Ergebnisse erzielt.
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Bei aussermittig liegenden Butzen ist die Wirbelstromsensorik wohl optimal geeignet, wenn der sogenannte Kippeffekt zu Stande kommt. Drücken sich die Butzen jedoch in das Material ein, so reduziert sich dieser Kippeffekt oder entfällt komplett. Folgerichtig muss der Maschinenbediener das Überwachungssystem immer sensibler einstellen, wodurch es in der Regel zu unberechtigten Fehlabschaltungen kommt.
Schallmessung erkennt Stanzbutzen und Späne
Deutlich besser misst eine reine Körperschall- oder Ultraschallmessung im Vergleich zur Wirbelstromsensorik. Dennoch kommt es auch hier durch Störgeräusche während des Stanz- oder Umformprozesses immer wieder zu den bereits oben angesprochenen und unberechtigten Fehlabschaltungen mit dem gleichen Endergebnis wie bei der Wirbelstromsensorik. Dabei werden die Überwachungssysteme nur sehr grob eingestellt oder komplett ausgeschalten.
Die Schwer + Kopka GmbH mit Sitz in Weingarten und Hilden hat diesbezüglich eine neue Messtechnik entwickelt, die auf die Überwachung von Stanzwerkzeugen spezialisiert ist. Herzstück dieser Neuentwicklung ist eine hybride Messtechnik, die parallel Kraft- und Körperschallsignale mit dem gleichen Sensor messen und auswerten kann.
Neue Messtechnik vereint Vorteile von Kraftmessung und Körperschallmessung
Damit werden die Vorteile der stabilen Kraftmessung mit den Vorteilen der sensiblen Körperschallmessung vereint. Im neuen Hybridsignal hinterlassen selbst kleinste Stanzbutzen und Materialspäne markante Veränderungen, während das stabile Sensorsignal gleichzeitig unerwünschte Maschinenabschaltungen vermeidet.
Ami Doduco ist ein weltweit führender Hersteller von elektrischen Kontakte für die Elektro-, Elektronik- und Automobilindustrie. Auf die Präzision der gefertigten Teile legt Martin Hoffmann, Fertigungsleiter des Unternehmens und verantwortlich für etwa 50 Produktionsanlagen im Werk Pforzheim, höchstes Augenmerk. Die verarbeiteten Materialstärken reichen von 0,08 mm bis 3,0 mm.
Hybride Messtechnik bewährt sich in der Praxis
Die hybride Messtechnik von Schwer + Kopka musste sich angesichts der anspruchsvollen Aufgabenstellung zunächst beweisen. Paralleles Überwachen von Schnitt- beziehungsweise Prägestempeln sowie das Erkennen von Mikro-Stanzbutzen und Materialspänen während der Produktionsphase mussten sichergestellt werden. Erstes Vertrauen in die Messtechnik gewann der Fertigungsleiter während einer Probemessung, in deren Verlauf das zuverlässige Erkennen von Mikrostanzbutzen einwandfrei nachgewiesen werden konnte.
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