Tarifrundenstart IG Metall will Inflationsausgleich für Stahlarbeiter

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutsche Stahlindustrie ist in der Krise. Heute beginnen wieder Tarifverhandlungen. Und zwar in Düsseldorf für die Gebiete Nordwest und Ost mit ihren rund 68.000 Beschäftigten.

Verhandlungen im Spannungsfeld! Die Friedenspflicht im deutschen Stahlsektor endet am 30. September. Nun beginnen bereits die ersten Gespräche in Sachen Tariferhöhungen – etwa mit Blick auf Inflationsausgleich. Die Industrie verweist aber auf die präkare Lage in der Stahlbranche ...(Bild:  IG Metall)
Verhandlungen im Spannungsfeld! Die Friedenspflicht im deutschen Stahlsektor endet am 30. September. Nun beginnen bereits die ersten Gespräche in Sachen Tariferhöhungen – etwa mit Blick auf Inflationsausgleich. Die Industrie verweist aber auf die präkare Lage in der Stahlbranche ...
(Bild: IG Metall)

Die Friedenspflicht mit Blick auf die nächste Tarifgespräche im Stahlsektor endet am 30. September. Danach sind Warnstreiks möglich. Die Verhandlungen für das Saarland starten erst Mitte November. Nach Einschätzung der IG Metall befindet sich die Stahlindustrie in Deutschland derzeit auch in einer äußerst schwierigen Lage. Die Tarifkommission habe deshalb als Empfehlung ein sogenanntes „Paket der Verantwortung für die Beschäftigten“ gefordert und beschlossen. Dieses beinhalte Forderungen zur Beschäftigungssicherung, Fachkräftesicherung und Reallohnsicherung. Bisher hat die Gewerkschaft ihre Lohnforderungen aber nicht konkret beziffert, heißt es. Und so will sie auch in die Verhandlungen einsteigen. Doch es gibt Aspekte, die sicherlich auf den Tisch kommen. Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland lag etwa zuletzt knapp über der Marke von zwei Prozent. Eine Nullrunde für die Beschäftigten ist also abzulehnen, so die IG Metall.

Die Lage im Stahlsektor lässt keine Lohnerhöhungen zu

Ein Ausbluten der deutschen Schlüsselindustrie und ihrer Beschäftigten auf jeder Ebene soll demnach unbedingt verhindert werden. Der Lebensstandard darf sich nach Ansicht der IG Metall dadurch aber nicht verschlechtern. Der Arbeitgeberverband Stahl hingegen hat die Forderung nach Lohnsteigerungen bereits zurückgewiesen, wie die dpa weiß. Denn: Auch wenn anzuerkennen ist, dass die Gewerkschaft sich der dramatischen Lage der deutschen Stahlindustrie offenbar bewusst ist, übersteigt die Forderung nach einer Entgelterhöhung die Möglichkeiten der Industrie, wenn man sich die aktuelle wirtschaftlichen Lage intensiver bewusst macht. Die deutsche Stahlindustrie leidet schließlich unter der Konjunkturkrise in den Abnehmerbranchen – vor allem der Autoindustrie. Zusätzlich drücken vergleichsweise hohe Energiepreise, Billigimporte aus China und die Kosten des Umbaus für eine klimafreundlichere Stahlproduktion auf die Schultern der Stahlkonzerne. Nicht zu vergessen sind die hohen Zölle auf Stahlimporte in die USA, die der Branche zu schaffen machen. Sogar Branchenschwergewichte wie Thyssenkrupp Steel planen schon den Abbau Tausender von Stellen.

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