Beölung

Keine Absaugung nötig: Sprühbeölung ohne Druckluft erspart Ölnebel

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Die Sprühbeölung Spray Xact trägt das Öl sehr exakt und reproduzierbar auf. „Das ist ökonomisch und schont die Umwelt“, bilanziert Heutger. Die bis dahin eingesetzten Beölungssysteme seien diesen Anforderungen oftmals aufgrund der hohen Anschaffungs- und Wartungskosten, ihrer Trägheit sowie dem häufig unnötig großen Ölverbrauch nicht mehr gerecht geworden. Die zunehmende Bandgeschwindigkeit durch die Servotechnologie der Pressen kann Beölungssystemen schon mal Schwierigkeiten wie einen Abriss des Ölfilms bereiten. „Dies kennen wir von den Technotrans-Anlagen nicht. Unabhängig von der Geschwindigkeit oder zwischenzeitlichen Stillstandszeiten: Das Sprühergebnis ist immer gleichmäßig – und das vom ersten Vorschub an.“

Alois Scharf, Leiter der Business Unit Ink & Fluid Technology bei Technotrans, erläutert weitere technische Details zu dem System: „Die Dosierung unterschiedlicher Öl-Auftragsmengen regeln wir über die Veränderung der Taktfrequenz der Ventile und der Ventil-Öffnungszeit je Sprühimpuls.“ Dies alles erfolgt im Millisekunden-Bereich. Der Bediener selbst gibt über das Bedienpanel lediglich vor, ob er mehr oder weniger Öl auf dem Blech haben möchte. Die Umrechnung in entsprechende Sprühparameter, bei Bedarf individuell für jede Düse, übernimmt die Steuerung. Zudem können einzelne Düsen zu- oder abgeschaltet werden, um unterschiedliche Sprühbreiten für verschiedene Produktionsaufträge zu fahren. Bis 250 Sprühprogramme kann der Anwender in der Steuerung hinterlegen. Dann genügt es, dass der Pressenleitstand die Werkzeugnummer überträgt, um das richtige Sprühprogramm automatisch zu laden. Ein weiterer Eingriff des Pressenbedieners ist nicht mehr notwendig. Eine Rüstzeit entfällt vollständig.

Beheizte Düsen ermöglichen ein gutes Sprühbild

Alle Anlagen von Technotrans sind bei Fiuka für zwei Ölsorten ausgelegt, die nicht miteinander verträglich sind und somit nicht vermischt werden dürfen. Andernfalls kommt es zu Verklumpung oder Vergelung. Daher wurden zwei Versorgungs- und Sprühkreisläufe in die Anlage integriert, um sowohl das höherviskose Ziehöl als auch die niedrigviskosere Emulsion auf Wasserbasis versprühen zu können. Das Öl und die Emulsion werden an den Pressen in 25-kg-Kanistern bereitgestellt und über Sauglanze und Pumpenmodul angesaugt und weiter zu den Sprühdüsen gefördert.

Um auch bei höherviskosen Ziehölen ein sehr gutes Sprühbild zu erzielen, wird die Ölviskosität bei Technotrans durch Temperierung unmittelbar an der Düse, also im Bereich der Sprühstrahlerzeugung, gesenkt. Hierzu werden der Ventilkörper und die Düse in einen elektrisch beheizbaren Aluminiumblock montiert. In der Regel können dadurch Ziehöle bis zu einer Viskosität von bis zu 200 mm2/sec problemlos versprüht werden. Je nach Verlauf der Temperatur-/Viskositätskurve des Öls können auch noch höher viskose Öle erfolgreich eingesetzt werden: In Einzelfällen war selbst eine Viskosität von 700 mm2/sec in der Praxis kein Problem für die Sprühanlage von Technotrans. Da der Heizblock gekapselt ist und sich das Öl unmittelbar nach Austritt aus der Düse auf nahezu Raumtemperatur abkühlt, besteht weder eine Verletzungsgefahr bei unbeabsichtigter Berührung, noch die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung des Sprühbildes durch die Öltemperierung.

Da die Sprühdüsen keiner mechanischen Belastung unterliegen, verringert sich deren Verschleiß. Aufwand und Kosten für die Ersatzteilbeschaffung und Wartung können so gesenkt werden. Technotrans erreicht dies, indem mechanisch nicht gegen die Düse abgedichtet wird. Die Abdichtung findet im Stößelventil selbst statt. Scharf unterstreicht die Wartungsarmut mit der Aussage: „Wir empfehlen unseren Anwendern im Regelfall lediglich alle drei Monate prophylaktisch die Sprühdüsen auf eine mögliche Verschmutzung hin zu überprüfen und gegebenenfalls auszublasen. Mehr ist im Regelfall nicht notwendig. Aufgrund der bedienerfreundlichen Zugänglichkeit ist diese Kontrolle auch schnell erledigt.“

Die Technotrans AG mit Sitz im westfälischen Sassenberg ist kein Neuling im Bereich der Sprühtechnologie. Seit 17 Jahren bietet das Unternehmen Sprühsysteme für unterschiedliche industrielle Anwendungen an. Seit zwei Jahren steht die Blechbearbeitung zusätzlich im Fokus – mit zunehmenden Erfolg, wie Scharf bestätigt: „Immer wieder bekommen wir die Rückmeldung unserer Kunden, dass die Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Sauberkeit die Erwartungen mehr als erfüllt.“ Weitere Produktentwicklungen seien in Arbeit. Hierzu gehören ein sensibles Messsystem zur Erkennung teil- oder ganzverstopfter Düsen sowie die Erweiterung der Steuerung zum komfortablen Sprühen von Mustern. Beide Entwicklungen sind bereits bei ausgewählten Kunden im Einsatz.

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