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Je nach Lage, Material und Stärke des Grates kann das Bearbeitungsergebnis durch Veränderung der Zustellung, Bearbeitungsrichtung und Bearbeitungsgeschwindigkeit oder des eingesetzten Werkzeugtyps beeinflusst werden. So ist zum Beispiel bei einem horizontal liegenden Grat, wie er unter anderem beim Planfräsen entsteht, grundsätzlich eine höhere Zustellung und Schleifleistung notwendig als bei einem vertikal liegenden Grat, der in axialer Bearbeitungsrichtung liegt oder steht, beispielweise nach einer Fräs- und Bohrbearbeitung.
Neben hohen Abtragsraten bieten die Keramikfaserbürsten auch hohe Oberflächengüten. In der Regel führt jeder Arbeitsgang ungefähr zu einer Halbierung der Oberflächenrauheit (Rmax). Zum Beispiel lag vor der Bearbeitung eines Werkstücks aus einer Aluminiumlegierung mit einer weißen Bürste Rmax bei 33,5 µm und Ra bei 5,1 µm. Nach vier Arbeitsgängen reduzierte sich Rmax auf 2,8 µm und Ra auf 0,3 µm.
Gleichmäßige Schleifwirkung der Keramikfaserbürste über die gesamte Lebensdauer
Durch den Selbstschärfeffekt erzeugt die Bürste immer wieder neue Schneidkanten und ermöglicht so eine gleichmäßige Schleifwirkung während der gesamten Lebenszeit. Dabei sind ihre Standzeiten lang. Zum Beispiel beim Entgraten eines plangefrästen Werkstücks aus Aluminiumguss (Gratwurzelstärke 0,1 mm, Bearbeitungsweg pro Werkstück 1000 mm, Drehzahl 4000 min-1, Vorschub 2400 mm/min, Schnitttiefe 1 mm): Hier schafft die rote Bürste 10.000 Werkstücke. Bei der Bearbeitung eines schaftgefrästen Werkstücks aus Stahl mit Drehzahl 4000 min-1, Vorschub 2000 mm/min, Schnitttiefe 0,5 mm, Gratwurzelstärke 0,1 mm, Bearbeitungsdistanz pro Werkstück 200 mm kann die weiße Bürste 15.000 Werkstücke entgraten.
Auch im Vergleich mit einer Nylonbürste hat die Keramikfaserbürste die Nase vorn: Im Gegensatz zur Nylonbürste verformt sich die Keramikfaserbürste während der gesamten Einsatzdauer nicht und kann so mit einer stabilen Performance aufwarten. Bessere Oberflächengüten sind ein weiterer Vorteil: Nach 180 s erreicht die Keramikbürste Ra < 0,1 µm, die Nylonbürste dagegen Ra > 0,3 µm. Der Grund: Das zu bearbeitende Material wird in mikroskopisch feinen Spänen abgetragen, es bilden sich keine Sekundärgrate.
Keramikfaserbürste punktet mit mehr Schleifleistung und längerer Standzeit
Zudem ist bei bis zu 20-facher Schleifleistung die Standzeit der Faserbürste doppelt bis zehnmal länger als die der Nylonbürste, und das bei konstanten und zuverlässigen Ergebnissen bis zum Ende der Lebensdauer – dank Selbstschärfeffekt. Bei einer Nylonbürste hingegen brechen die Besatzpartikel meist aus. Dadurch bleibt entweder nur das Nylon ohne Schleifleistung bestehen oder das Material „verstopft“ durch die Abtragung. Dadurch ist mit einer Nylonbürste nach einer gewissen Zeit keine Verbesserung der Oberfläche oder Abtragleistung gewährleistet.
Der Selbstschärfeffekt einer Keramikbürste hingegen macht weniger Maschinenstopps und kürzere Rüstzeiten möglich. So amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten der Faserbürste in kurzer Zeit.
Neben den Entgratbürsten für Oberflächen bietet Kempf auch Al2O3-Werkzeuge für die Innenbearbeitung an. Die Keramikentgratbürsten für Querbohrungen beispielsweise entgraten alle in die Hauptbohrung eintretenden Querbohrungen in einem Arbeitsgang – schnell und gründlich.
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