Widerstand Kölner Ford-Mitarbeiter denken an unbefristete Streiks

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Beim Autobauer Ford drohe eine Eskalation im Rahmen des Tarifkonflikts. Wie die Tarifkommission der IG Metall informiert, hat man bereits eine Urabstimmung mit Blick auf Streiks beantragt.

In Sachen Ford in Köln denkt die IG Metall an unbefristete Streiks, weil man bei den Tarifverhandlungen nicht so recht weiterkommt. Auch steige die Angst vor einer Insolvenz ...(Bild:  Ford)
In Sachen Ford in Köln denkt die IG Metall an unbefristete Streiks, weil man bei den Tarifverhandlungen nicht so recht weiterkommt. Auch steige die Angst vor einer Insolvenz ...
(Bild: Ford)

Den Antrag auf Streiks wird der Gewerkschaftsvorstand wohl annehmen, was bereits heute zu erwarten ist. Danach dürfte die Kölner Tarifkommission zügig besagte Mitgliederbefragung durchführen und sich Zustimmung für bestimmte Druckmitteln einholen. Dann könnte es zu unbefristeten Streiks kommen. Die Belegschaft ist bereit zu kämpfen, bekräftigt David Lüdtke, der IG-Metall-Sprecher bei Ford in Köln. Arbeitgeber und Arbeitnehmer ringen nämlich um einen neuen Sozialtarifvertrag. Ford Deutschland ist parallel unter Druck. Zwar hat der Autokonzern das Kölner Werk mit einer Milliardeninvestition auf Elektrokurs gebracht, doch zwei neue E-Geländewagen sind bisher nicht der erhoffte Verkaufserfolg. Kürzlich wurde auch bekannt, dass Ford Teile des Kölner Werkes verkaufen möchte.

Das Aus der Patronatserklärung macht Angst

Eine Art Bürgschaft für seine Deutschlandtochter hat der US-Mutterkonzern kürzlich aufgekündigt, wie bereits berichtet wurde. Dadurch ist nun eine Insolvenz von Ford Deutschland theoretisch möglich. Die US-Mutter gab ihrer Deutschlandtochter dabei noch eine Finanzspritze und erwartet jetzt aber, dass „der Laden“ gewissermaßen von selbst läuft. Das erhöhe aber auch den Druck auf die Beschäftigten. Immerhin soll es bis 2032 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Schliddere Ford Deutschland jedoch in die Insolvenz, sei diese Vereinbarung null und nichtig. Deshalb fordert die IG Metall ein insolvenzgeschütztes Sicherheitsnetz, wie man weiter erfährt. Außerdem poche die Gewerkschaft auf hohe Abfindungen für Beschäftigte, die Ford wegen des aktuellen Sparkurses verlassen. Der Autobauer beschäftigt in Köln rund 12.000 Stellen, von denen 2.900 bis Ende 2027 wegfallen sollen.

Gewerkschaft will gegebenenfalls moderat streiken

Wegen der schwachen Verkaufszahlen bei Ford arbeitet die Belegschaft seit Ende 2024 von Zeit zu Zeit auch kurz, was die Fahrzeugproduktion betrifft und damit bei etwa ein Fünftel Mitarbeiter in Köln. Diese Kurzarbeitsphasen enden aber im Mai. Danach könnten unbefristete Arbeitsniederlegungen am ganzen Kölner Ford-Standort folgen, was dann aber auch die Entwicklungsabteilung, die Verwaltung und andere Bereiche betreffe. Weil sich Management und Gewerkschaft in den Verhandlungen zum Sozialtarifvertrag bisher aber nicht entscheidend angenähert haben, schaltet die IG Metall nun einen Gang hoch. Man braucht das Druckmittel befristeter oder unbefristeter Streiks, um in der Tarifauseinandersetzung ein gutes Ergebnis zu erzielen, so die Begründung der Gewerkschaft. Das Streikrecht sei schließlich ein hohes Gut. Man werde es als IG Metall aber mit viel Augenmaß einsetzen. Laut Ford gehen die Verhandlungen nun weiter.

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