Verbindungselemente Kolsterisierte Edelstahl-Verbindungselemente halten länger sicher

Von Simon Schlei

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Das Unternehmen Bodycote Specialist Technologies berichtet, dass man Schraubverbindungen aus Edelstahl durch gewisse Oberflächenoptimierungen vor dem Festfressen bewahren kann. Und so geht's...

So sieht eine Edelstahlschraube aus, deren Oberfläche mit dem Gegenpart kalt verschweißt war. Bodycote Specialist Technologies kann durch das sogenannten Kolsterisieren, die Oberflächen so optimieren, dass diese Probleme nicht mehr auftreten. Wie und warum das klappt, verrät dieser Beitrag.(Bild:  Bodycote)
So sieht eine Edelstahlschraube aus, deren Oberfläche mit dem Gegenpart kalt verschweißt war. Bodycote Specialist Technologies kann durch das sogenannten Kolsterisieren, die Oberflächen so optimieren, dass diese Probleme nicht mehr auftreten. Wie und warum das klappt, verrät dieser Beitrag.
(Bild: Bodycote)

Um das Thema zu verdeutlichen, betrachtet dieser Beitrag beispielhaft die Schraubverbindung. Die Auslegung derselben kann in Anbetracht der großen Anzahl an Faktoren, die zu einer sicheren und zuverlässigen Verbindung führen, eine Herausforderung für Entwickler und Anwender sein. So kann sich beispielsweise durch Oberflächenverschleiß und frühzeitiges Verkeilen, keine ausreichende Vorspannkraft für eine dauerhafte Verbindung einstellen lassen. Speziell bei Verbindungselementen aus austenitischem Edelstahl, die zum Kaltverschweißen oder „Fressen“ neigen, spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle [1].

Mit Kohlenstoff und Stickstoff wird Edelstahl „abgehärtet“

Doch Bodycote bietet mit der S³P-Technologie und dem Kolsterisieren (eingetragenes Warenzeichen!) wirksame Abhilfe, um Eigenschaftsschwankungen von Schraubverbindungen aus Edelstahl zu reduzieren. Das Funktionsprinzip dieser Verfahren beruht auf der Niedertemperaturdiffusion von Kohlenstoff und/oder Stickstoff in die äußerste Randschicht des Werkstücks. Das führt zu einer Verspannung des Grundmaterials. Dabei entstehen hohe Druckspannungen, die die Oberflächenhärte auf über 800 HV0,05 ansteigen lassen.

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Das graduelle Profil des Kohlenstoffgehaltes und die damit korrelierende Härte gewährleistet aber weiterhin ein duktiles Verhalten, ohne Versprödung (Bild 2). Im Gegensatz zu einer durch einen Beschichtungsprozess aufgebrachten Verschleißschutzschicht ist diese diffusionsbasierte Randschicht ein Bestandteil des Grundmaterials. Die Gefahr der Rissbildung, des Abplatzens oder der Delamination wird so vollständig eliminiert. Änderungen der Form und somit Funktion eines Bauteils müssen nicht berücksichtigt werden, weil sich die Abmaße beim Kolsterisieren nicht verändern. Vorgegebene Toleranzen bleiben unverändert.

Ideale Eigenschaftskombination für Verbindungssysteme

Die niedrigen Prozesstemperaturen beim Kolsterisieren (<500 °C) verhindert, dass Karbide entstehen, welche infolge einer Sensibilisierung den Widerstand gegen Korrosion, sowie die mechanische Festigkeit negativ beeinflussen würden. So ergibt sich für Schraubelemente eine ideale Eigenschaftskombination aus hoher Verschleißfestigkeit – zum Beispiel gegen Kaltverschweißen – unveränderter Korrosionsbeständigkeit und mechanischer Festigkeit.

Für die Verbindungstechnik, in der hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Kontinuität der einzelnen Komponenten gestellt wird, bietet das Kolsterisieren eine langfristig sichere und womöglich auch neue Chance zur Auslegung von Edelstahl-Schraubverbindungen.

Einen wichtigen Faktor für die Auslegung von Schraubverbindungen stellt die Vorspannkraft in Kombination mit dem Reibungskoeffizienten dar [2]. Ist der Reibungskoeffizient zu groß, geht ein großer Anteil der Vorspannkraft bereits aufgrund der Reibung und Adhäsion zwischen Gewinde und Gegenpart verloren – die Oberfläche verschleißt. Eine Möglichkeit, um das Phänomen an Gewindeflanken zu vermhindern, besteht im Kolsterisieren, weil es die Oberflächenhärte deutlich erhöht und damit zu einem konstanten Klemmverhalten von Schraubverbindungen beiträgt.

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