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Kühlen, Schmieren, Schützen – KSS im Vergleich

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Corvaglia setzt in seinem vollautomatischen Bearbeitungszentrum mit einer Kühlschmierstoff-Anlage von 6000 l die Variante Bonderite L-MR 71-7 ein. Hier wurde die pH-Stabilität verbessert. Ihr patentiertes Emulgatorsystem soll für ein schaumarmes Verhalten bei Wasserhärten von 5 bis 100 Grad sorgen, bei einer Anfangskonzentration von 5 bis 8 %. Nach eineinhalb Jahren liegt die Nachfüllkonzentration im Durchschnitt deutlich unter 2 %. So amortisiert sich der höhere Ein­stands­preis über Verbrauchs- und Kosteneinsparungen durch die längeren Badstandzeiten. Auch an den Anwender wurde gedacht: Henkel hat das Irritationspotenzial bei Augenkontakt minimiert, die Emulsion wurde laut EU-Verordnung 1272/2008 als nicht gefährlich eingestuft.

Der Öko-KSS

Ebenfalls dem Arbeitsschutz gerecht werden die Kühlschmierstoffe von Oemeta Chemische Werke. Zusätzlich rühmt sich Hycut von Ometa auch noch einer positiven Ökobilanz. Das mineralölfreie Multi­funk­tions­öl soll gegenüber einem nutzengleichen konventionellen, mineralölbasierten Kühlschmierstoff die Umwelt­wirkungen um 40 bis 60 % senken.

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Anwenderblick
Drei Fragen an den Anwender

Daniel Bürgi, Leiter klein- und großkubisches Fräsen bei Corvaglia Mould, über die positiven Veränderungen durch den Wechsel auf den Kühlschmierstoff von Henkel.

Sie sehen Ihr Unternehmen als die erste Adresse für fortschrittliche Verschlusskappenlösungen. Wie untermauern Sie diese Aussage?

Nur Corvaglia bietet eine voll integrierte Prozesskette vom gesamtheitlichen, effizienten Verschlusskonzept bis zur Verschlussproduktion an sieben Tagen rund um die Uhr.

Was hat sich durch die Einführung des Kühlschmierstoffs von Henkel geändert?

In der Vergangenheit hatten wir immer wieder einige Probleme mit Kühlschmierstoffen, wie Geruch und Ablagerungen, erhöhte Schaumbildung, hohe Ausschleppung zusammen mit dem Spanaustrag und entsprechend hohe Nachfüllkonzentrationen. Seit 2010 arbeitet fast unsere gesamte Zerspanung mit Bonderite L-MR. Die Prozesse sind dadurch erheblich sauberer geworden und wir konnten den Kühlschmierstoff-Verbrauch insgesamt deutlich verringern.

Bemerkenswert sind die Standzeiten durch den neuen Kühlschmierstoff. Wie sind hier Ihre praktischen Erfahrungen?

Wir füllen bei dem neuen Bearbeitungszentrum je nach Spanvolumen pro Woche etwa 10 Liter nach. Die Ausschleppung ist vergleichsweise minimal. Die Standzeit liegt bereits auf der Höhe der anderen Bonderite-Bäder und verspricht diese nochmals erheblich zu übertreffen. Unser Ziel sind inzwischen drei Jahre.

Hycut ist ein esterbasiertes Öl, bei dem die wassermischbaren und nicht wassermischbaren Komponenten kompatibel sind. So kann verschlepptes Öl im nachfolgenden Prozess als Schmierleistung der Emulsion genutzt werden. Zwischenwaschschritte können entfallen und KSS-Verluste gibt es praktisch nicht. In der Ökobilanz findet sich auch die Wiederverwendung des Waschmediums aus der Bauteilreinigung als KSS für die Bearbeitungsprozesse.

Der kennzeichnungsfreie KSS

Auch Rhenus Lub bietet schon länger einen Kühlschmierstoff an, der frei ist von Formaldehyd, Amin- und Borsäure. Für Rhenus FU 800 hat der Hersteller ein Emulgatorsystem entwickelt, das weniger schäumt und ein gutes Rückspülvermögen aufweist. Diese Auswahl von Inhaltsstoffen hat zur Folge, dass die Emulsion nicht kennzeichnungspflichtig ist.

Sie haben kürzlich auch ein neues Produkt in Ihr Unternehmen eingeführt oder einen Service getestet und möchten Ihre Erfahrungen teilen? Dann schreiben Sie mir doch: simone.kaefer@vogel.de

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