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Rohrkonstruktionen

Lasergeschnittene Rohre können mehr

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Leichtbau auch mithilfe von lasergeschnittenen Rohren realisiert

Am Beispiel des Slingshot-Roadsters zeigt sich, welche Vorteile das Arbeiten mit lasergeschnittenen Rohren haben kann. Das komplette Fahrzeug kommt nach Angaben des Herstellers Polaris Industries auf ein Gesamtgewicht von weniger als 770 kg (1700 lbs). Dank der Möglichkeit, die lasergeschnittenen Rohre ineinanderzuverriegeln, muss nur noch wenig geschweißt werden, wie Zacco erläutert. Dort, wo geschweißt werden muss, vereinfacht zudem die Präzision der Komponenten den Prozess. Insgesamt lässt sich der Fahrzeugrahmen dadurch vergleichsweise schnell zusammenbauen.

Ein anderes Fahrzeug, das allerdings noch nicht über den Stand einer Projektstudie hinausgekommen ist, ist das Sportcoupé Light Cocoon von Edag. Der deutsche Entwicklungsdienstleister für die Automobilindustrie hat es im Rahmen eines Forschungsprojekts zusammen mit BLM, Concept Laser und dem Laser Zentrum Nord entwickelt und auf dem Automobilsalon in Genf vorgestellt.

Zu seinem Design trägt laut BLM auch ein Rohrskelett bei, das transparent unter der Karosserie sichtbar ist. Seine tragende Struktur aus Rohrgitter wurde mit Stahlprofilen produziert, die von Maschinen des italienischen Herstellers gebogen und geschnitten wurden.

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Die tragende Grundstruktur des Spaceframes beim Light Cocoon muss ebenfalls verschiedene Lastfälle wie Biege- und Torsionssteifigkeit erfüllen, wie Eric Fritzsche, Entwicklungsingenieur CC Leichtbau, Werkstoffe und Technologien bei Edag, auf dem Leichtbau-Gipfel des Blechnet-Schwestermagazins Automobilindustrie sagte. Spaceframes, also Gitterrahmen als eine spezielle Bauart einer selbsttragenden Karosserie, bestehen aus Profilen, welche an Knoten miteinander verschweißt werden.

Ziel ist es, so wenig Material wie möglich einzusetzen. Dennoch soll die Struktur im Falle eines Crashs bestimmte Werte einhalten. Aus diesem Grund wurde an bestimmten Teilen im Frontbereich ein Lochbildbeschnitt vorgenommen, um die Aufprallenergie zu absorbieren. Auch dies ist eine Aufgabe, die eine Laserschneidmaschine gut übernehmen kann.

Lasergeschnittene Rohre für viele Branchen interessant

Doch auch für andere Branchen ist das Arbeiten mit lasergeschnittenen Rohren interessant. BLM führte dies auf der Hausmesse anhand der Produktion eines Bücherschranks vor. Der Rahmen des Bücherschranks wird mit einer Rohr-Laserschneidemaschine Lasertube LT5 und einer Biegemaschine Elect40 produziert. Zwei Roboter führen die Handhabung automatisch aus.

Die industrialisierte Fertigung kann bereits beim Design der einzelnen Teile berücksichtigt werden. So enthält die Bibliothek der von BLM entwickelten CAD-Software Artube spezielle Funktionen für die Erzeugung von Trennbiegeschnitten, Steckverbindungen und speziellen Verbindungsformen. Das erlaubt nach Angaben des Maschinenbauers große Zeitersparnisse. Gleichzeitig profitieren die folgenden Arbeitsschritte wie die Montage und gegebenenfalls auch das Schweißen von der höheren Zuverlässigkeit und Präzision der Laserschnitte. Im Normalfall sind so die Kosten des gesamten Prozesses reduziert.

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Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt