Westfalia Presstechnik/H&T Produktionstechnologie

Libelle Libby wird zur Leitfigur für hybriden Leichtbau

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Zielführend sei die Kombination von Profilen aus höchstfesten Stählen und Aluminium-Rückblechen gewesen. Die Alternative mit Leichtblechen, einem Sandwich aus dünnen Blechen mit einem Polymerkern dazwischen, habe eine Gewichtsersparnis von 25 % erbracht. Allerdings seien beide Varianten noch mit Mehrkosten gegenüber der konventionellen Stahlblechbauweise verbunden.

Auch das Fügen birgt noch Potenzial für den Leichtbau

Leichtbaupotenziale sind auch in den Verfahren zu heben, beispielsweise beim Fügen, wie es heißt. Hier werde die Klebetechnik immer mehr herkömmliche Verbindungsverfahren ersetzen. Sie sei der Schlüssel zum wirtschaftlichen Leichtbau, sagte Torsten Hölzel, Geschäftsführer der ATN Hölzel GmbH, einem Anlagenhersteller auf diesem Gebiet.

ATN hat laut Mitteilung für Westfalia Presstechnik eine Hybridanlage realisiert, bei der das klassische Fügen, in diesem Fall das Punktschweißen, mit dem Kleben verbunden wird. Auf der Anlage würden Trägerbleche für Heckscheibeneinsätze miteinander verbunden. Das Kleben trage dazu bei, diese Komponente mit höheren Festigkeiten auszustatten.

Ein Betätigungsfeld sei ebenso der Einsatz neuer höchstfester Werkstoffe. Hierzu befänden sich Westfalia und Sitech in einem weiteren gemeinsamen Entwicklungsprojekt.

Forschungsprojekte untersuchen variable Pressenführung

Potenziale steckten ebenso in den Umformmaschinen. So thematisierten mehrere Vorträge das Leistungsvermögen von Servopressen in der Blechbearbeitung. Jörg Avemann vom Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen der TU Darmstadt bezeichnete sie als Schlüsselelement für Industrie 4.0, wie es heißt. Er stellte Forschungsprojekte vor, in denen durch variable Pressenführung Zeitfenster geschaffen werden, um weitere Verfahren wie Hartlöten oder Schweißen zu integrieren. Durch Variation der Hubverläufe sei es ebenso möglich, Lärm und Vibrationen zu reduzieren. Einem Industriepartner sei es damit gelungen, seine Pressen auch im Nachtschichtbetrieb laufen zu lassen.

Mit der HTPT arbeite das Institut an einem weiteren Technologiesprung. Es gehe darum, mechanische und informationstechnische Schnittstellen zu vereinen und Daten aus vor- beziehungsweise nachgelagerten Prozessen zu nutzen, um den Umformprozess zu beeinflussen.

Eine Sonderform der Servopresse ist die Servospindelpresse mit Direktantrieb aus dem Hause HTPT, wie es heißt. Sie verbinde hohe Präzision und Anpassbarkeit der Stößelbewegung an den Umformprozess.

Servospindelpresse von HTPT auf dem Innoday live vorgestellt

Eingesetzt werde sie beispielsweise in der Produktion von Gehäusen für Lithium-Ionen-Batterien im Joint-Venture HTTM in Holland/Michigan. Über diese Partnerschaft von H&T Battery Components und Transmatic Manufacturing Corp. sowie die generellen Aktivitäten der H&T Group im Bereich E-Mobilität habe Volker Seefeldt von H&T Marsberg berichtet. H&T konzentriere sich auf die Herstellung metallischer Gehäuse für Lithium-Ionen-Batterien.

Eine weitere Servospindelpresse von HTPT konnten die Teilnehmer des Innoday bei der Westfalia Presstechnik in Augenschein nehmen, wie die Unternehmen berichten. Auf der Anlage entstünden unter anderem Sitzschienen und Kopfstützträger. Die Presse zeichne sich nicht nur durch eine hohe Hubzahl aus. Die Teile kämen mit einem hohen Glattschnittanteil aus der Maschine, sodass Nacharbeit entfalle und sie sofort lasergeschweißt werden könnten.

(ID:42355426)