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Westfalia Presstechnik/H&T Produktionstechnologie

Libelle Libby wird zur Leitfigur für hybriden Leichtbau

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Hybride Leichtbaustrukturen, HSD-Entwicklungen, Energiespeicher für mehr Elektromobilität, Servospindelpressen sowie weitere Leichtbauthemen haben auf dem 2. Innoday von Westfalia Presstechnik und H&T Produktionstechnologie dominiert.

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Die Libelle zeigt anschaulich, wie Leichtbau in der Natur funktionieren kann.
Die Libelle zeigt anschaulich, wie Leichtbau in der Natur funktionieren kann.
( Bild: Westfalia/HTPT )

Libellen sind klein und leicht, doch halten sie Höchstgeschwindigkeiten beim Fliegen aus und schlagen sogar Konkurrenten in die Flucht, wie die Unternehmen mitteilen. Sie würden die nötige Stabilität durch ein Netz von ausgeklügelten Verstrebungen und eine Struktur, die der von Wabenpappe ähnelt, erreichen. Von diesem Vorbild aus der Natur ließen sich der Automobilzulieferer Westfalia Presstechnik und der Werkzeug- und Sondermaschinenbauer H&T Produktionstechnologie (HTPT) Crimmitschau bei der Entwicklung von Leichtbauprodukten leiten.

Wölbstrukturen und Wabenpappe von der Libelle auf das Blech übertragen

So schwebte denn die aus hochfesten Stählen, Aluminiumstrukturen und Wabenpappe konstruierte Libelle namens Libby über dem 2. Innoday beider Unternehmen, wie es heißt. Mathias Schwarzendahl, Geschäftsführer von Westfalia und HTPT, begrüßte dazu mehr als 100 Kunden, Partner und Lieferanten in der neuen Westfalia-Logistikhalle.

Wölbstrukturen und Wabenpappe seien zwei Stichworte für Leichtbauentwicklungen bei Westfalia Presstechnik, die Geschäftsführer Jens Mogdans und Entwicklungsleiter Dr. Andreas Ebert vorstellten. Vorangetrieben habe der Automobilzulieferer das lokale Wölbstrukturieren, mit dem an definierten Stellen eine höhere Steifigkeit im Blech bei gleichzeitiger Dickenreduzierung erreicht werde. Auch das Crash- und Schallabsorptionsvermögen ließen sich dadurch verbessern. An einem Fahrwerksteil haben die Ingenieure mit diesem Verfahren 37 % an Gewicht und 27 % an Kosten im Vergleich zum Ausgangsteil eingespart, wie es heißt. Ähnliche Effekte seien bei der Nutzung wölbstrukturierter Bleche als Hintersitzlehnen zu erzielen.

Großes Leichtbaupotenzial biete ebenso Wabenpappe als Trägermaterial zwischen dünnen Deckblechen. Mit Partnern lote Westfalia Presstechnik gegenwärtig die Verfahrensgrenzen dieses Materials beim Umformen aus. Die Einsatzmöglichkeiten für diese Hybridstrukturen reichten von Laderaumabdeckungen über Trennwände zwischen Motorraum und Fahrgastzelle sowie die Nutzung als Hintersitzlehnen bis hin zur Beplankung großer Flächen, beispielsweise bei Bussen und Schienenfahrzeugen.

Konkrete Beispiele für Einsparungen mit Leichtbaustrukturen vorgestellt

Wie der Sitzhersteller Sitech sich der Herausforderung Leichtbau stellt, erläuterte laut Mitteilung der Leiter Vorentwicklung/Berechnung Dr. Stefan Huinik. Multi-Material-Design heiße der Ansatz, um Gewichtsreduzierung mit Großserienfähigkeit in Einklang zu bringen. Für die Aufgabe, eine Hintersitzlehne um 30 % „abzuspecken“, seien in Vorentwicklungsprojekten mehrere Materialkombinationen getestet worden.

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