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Mach ne Fliege – oder die Kunst der Filigran-Blechbearbeitung

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Das Augenmerk lenken beim Betrachten der Musterteilevitrine aber andere Teile auf sich. Kleine, meist filigrane Blechteile aus dünnsten Materialien, angefangen von 0,05 bis 1 mm Dicke. Kann man so etwas überhaupt biegen? Beger öffnet die Vitrine und nimmt ein paar Teile in die Hand.

„Sehen sie hier, das ist ziemlich kompliziert, da ist ein Versatz drin, der ist nur wenige Zehntelmillimeter groß, oder hier, bei diesem Teil sollen nur die millimetergroßen Laschen hochgebogen werden“, erklärt Beger jedes dieser Teile.

Womit produziert man „Mikroteile“ in kleiner Serie?

In der Vitrine liegen Hunderte von solchen „Mikroteilen“. Solche Produkte fertigt Blech-Tec immer mehr. „Auf den großen Abkantpressen ist da nichts zu machen. Und auf dem Markt bin ich dafür auch nicht fündig geworden. Es gibt zwar Hersteller von großen Maschinen, aber diese produzierten Tausende bis Millionen-Stückzahlen“, sagt der Blechspezialist.

Diese Situation hat Beger dazu gezwungen, darüber nachzudenken. Herausgekommen ist die Eigenentwicklung einer Biegemaschine für die kleinen, filigranen Bauteile aus dünnsten Blechen mit der Möglichkeit, diese ab Losgröße eins zu fertigen. Die BT-150, so nennt sich diese Maschine, bietet Beger auch für den Verkauf an.

Sie ist in ihren Abmessungen (670 mm × 600 mm × 180 mm) mal gerade so groß, dass sie auf einem massiven Tisch aufgestellt werden kann. Die Biegemaschine ist steckerfertig. Gleich drei Patente hat Beger auf diese Maschine angemeldet.

Ein Segelschiff aus Blech in wenigen Sekunden gebogen

Begeistert setzt sich Ralf Beger an die Maschine, vor ihm liegen ein paar filigran geschnittene dünne Bleche. „Ich mache jetzt mal ein Segelschiff“, sagt er, und legt, zwischen seine Finger geklemmt, das eine Teil in die Biegemaschine ein. In der richtigen Position, setzt Beger die Biegung in Gang. In wenigen Sekunden ist das Teil, ein Segel mit Mast, Kajüte und Steuer, fertig.

Dann nimmt Beger das zweite Teil; das, so ist aus dem Zuschnitt zu erkennen, ist wohl der Rumpf des Schiffes. Schnell und hochgenau kriegt er damit die Biegung hin. Auch Rundungen, wie schon beim Segel festzustellen, lassen sich auch exakt herstellen. „Dabei“, so Beger, „erzielt man eine Winkelgenauigkeit von 0,1° bei absoluter Wiederholgenauigkeit.“

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