Ein Späßchen in Ehren

Mit Humor heikle Situationen meistern

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Methode 1: das Welt- oder Selbstbild sanft karikieren

Eine Technik, die wir bei Freunden und Verwandten, oft intuitiv anwenden, ist das „liebevoll auf die Schippe nehmen“. Ein Beispiel: Ein Ehemann jammert seit Tagen, er werde alt. Seine Frau hört ihm geduldig zu, versucht ihn vom Gegenteil zu überzeugen und bemitleidet ihn – ohne Erfolg. Intuitiv greift sie deshalb irgendwann zur „Medizin Humor“. Sie erwidert auf sein Jammern augenzwinkernd: „Ich habe mich schon für einen Kurs ‚Pflege von älteren Angehörigen‘ angemeldet. Außerdem sollten wir dir einen Rollstuhl besorgen….“

Die Frau steigt also in das Welt- und Selbstbild ihres Ehemanns ein und überzeichnet es. Dadurch wird ihm klar, dass sein Selbstmitleid überzogen ist, und er denkt über sein Verhalten nach.

Ein Beispiel aus dem Berufsalltag: Sachbearbeiter Müller vertraut seiner Führungskraft an, er leide darunter, dass er zu gutmütig sei und zu oft vorschnell „Ja“ sage. Und dies nutzten seine Kollegen aus. Immer wieder würden Arbeiten bei ihm abgeladen.

Hier könnte eine humorvolle Intervention seines Chefs sein – vorausgesetzt die Beziehung stimmt: „Herr Müller, Ihre Kollegen freuen sich sicher darüber, dass Sie so hilfsbereit wie ein Heiliger sind. Ich möchte Sie aber daran erinnern, dass das Leben der Heiligen früher meist grausam endete. Bevor Sie einen Burnout erleiden, empfehle ich Ihnen …“ Eine solche Überzeichnung kann ein Anstoß für eine Verhaltensänderung sein.

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