Product Lifecycle Management

Mit PLM-Plattform schnell zum wirtschaftlichen Elektroauto

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Mit dieser gesamten OEM-Zulieferumgebung hat PTC ein Konzept etabliert, bei dem die Struktur der Träger aller relevanten Informationen ist und in einer Art modularer Wissenssynthese das integrale Basiswissen über das Produkt bereitstellt. Damit lassen sich zum Beispiel Produktanalysen wie Kostenstrukturen und Energiebilanzen oder Compliance-Regelungen wie Umweltregularien und die Verwendung der sogenannten Konfliktmineralien mit Windchill Analytics per Knopfdruck ableiten. Es ist jetzt auch relativ einfach, das Ausscheiden eines Zulieferers und/oder die Aufnahme eines neuen im Netzwerk auszubalancieren und etwa die Implikationen auf Kosten oder Compliance zu ermitteln. Ein weiterer wichtiger Punkt zur Erreichung der Effizienzsteigerungen und der Flexibilität ist, dass mit dieser Strukturumgebung das Zusammenführen beziehungsweise die Synthese der parallel laufenden Kreativprozesse zum vollständigen Fahrzeug zeitlich im Entwicklungsprozess nach vorn verlagert werden kann. Das heißt, ein funktionsfähiges Produkt kann an beliebigen Zeitpunkten abgeleitet werden, während das generische Produkt kontinuierlich weiterentwickelt wird.

SLM hilft bei Optimierung des Fahrzeugs zu einem frühen Zeitpunkt

Im Sinne einer ganzheitlichen Erstellung des Produkts mit einem vollständigen Produkt-Lifecycle-Management wird als nächster Schritt das SLM-Modul mit Servicedienstleistungen wie Montageanleitungen, Handbüchern, aber auch die Rückkopplung von etwaigen Qualitätsproblemen integriert. Die direkte Rückführung von Schadenswerten der Teile, der sogenannte „closed loop of quality“, hilft zu einem frühen Zeitpunkt bei der Optimierung des Fahrzeugs und steigert die Kundenzufriedenheit. Ein Beispiel, bei dem der Servicegedanke durch die Schadensstatistik bereits im ersten Modellentwurf Eingang gefunden hat, geben die jeweils dreigeteilten Stoßstangen des Streetscooters: Wegen der im Stadtverkehr häufig vorkommenden Rangiermanöver sind die Ecken der Stoßstangen relativ stark anfällig für Kollisionen. Kommt es zu einem Schaden, so lässt sich durch die Dreiteilung nur der betroffene Stoßstangenbereich günstig auswechseln.

Prof. Kampker sieht das Streetscooter-Projekt auf einem guten Weg und absolut im vorgegebenen Zeitrahmen. „PTC hat von Anfang an verstanden, wo wir hinwollten und uns bis zum CEO dabei unterstützt.“ Der heutige Status quo zeige ein Modell in Vorserie, das noch 2014 in einer Größenordnung von 3000 Stück im Jahr in Serie gehen soll. Parallel dazu werden zwei Derivate in die Vorserie geführt, das ist das dreisitzige Modell Compact und das Pedelec, bei dessen Entwicklung auch die Anforderungen der Post bei der Briefzustellung Pate standen. Die Montage der Vorserienmodelle erfolgt mit circa 40 Mitarbeitern in einem ehemaligen Werk von Bombardier in Aachen. Im Moment werden die Modelle nur an Flottenkunden abgegeben. Das kann sich schnell ändern, wenn für den Vertrieb im Flächenmarkt ein Unternehmen gefunden wird. „Denn den Aufbau von Vertriebsstrukturen für den Privatkunden wollen wir in der Streetscooter GmbH nicht mehr stemmen“, so Prof. Kampker. Dann würden auch Privatkunden in den Genuss eines kostengünstigen Elektroautos für die Stadt kommen. MM

* Eduard Rüsing ist freier Fachjournalist. Weitere Informationen: Parametric Technology GmbH in 85716 Unterschleißheim

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