Institut für Integrierte Produktion Hannover

Modernisierte hydraulische Presse für die Forschung wieder flott gemacht

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Doch eigentlich wollten die Forscher am IPH die Presse für eine ganz andere Anwendung nutzen. Denn für das Innenhochdruckumformen (IHU) sehen die Experten noch weiteren Forschungsbedarf, und das ist auch der wahre Grund für die Anschaffung der hydraulischen 630-t-Presse. Aber warum? Im praktischen Alltag diskutiert die Industrie kaum noch über das IHU.

IPH setzt auf Innenhochdruckumformen

„War Innenhochdruckumformen in den 90er Jahren noch ziemlich populär“, so Dipl.-Ing. Malte Stonis, Abteilungsleiter Prozesstechnik am IPH, „so ist die Abkehr von diesem Verfahren deutlich sichtbar.“ Damit verweist Stonis auf die Bauteilhersteller, von denen sich mit Salzgitter Hydroforming und HDE zwei große Hersteller am Markt halten konnten. Doch was will das IPH mit dem Innenhochdruckumformen weiter voranbringen?

„Es gibt Prozessgrenzen beim IHU, denn es ist ein relativ langsames Verfahren und es sind halt auch nur begrenzte Bauteilgeo-metrien möglich“, erklärt Stonis. Am IPH sieht man in diesem Verfahren jedoch auch Vorteile, die dann zum Tragen kommen, wenn man es schafft, die Prozessgrenzen zu erweitern. „Wir erfahren durch die Gespräche mit Vertretern der Industrie, dass IHU auch weiter ein interessantes Thema ist“, sagt Stonis. Wo aber Innenhochdruckumformen hinzielt, ist die Frage nach den Werkstoffen. „Wir möchten beispielsweise Untersuchungen mit Titan fahren“, sagt Stonis, „denn das hat noch keiner untersucht.“

Auf die neue Presse warten viele neue Anforderungen

Mit den jetzt vorhandenen Möglichkeiten der neuen Presse finden die IPH-Forscher sicherlich noch weitere Anwendungs- und Einsatzbereiche. Nach dem Bolzenaufschweiß-Projekt soll darauf erst einmal der Forschungsbereich der Innenhochdruckumformung (IHU) für den Standort Hannover erschlossen werden. Mit dieser Initiative reagiert das IPH auf die neuen Anforderungen, die auch seitens der Projektpartner an das Institut herangetragen werden, und öffnet damit zugleich die Türe für eine Neuausrichtung und Erweiterung seines Leistungsspektrums. Ganz stark im Visier hat das IPH auch die Realisierung von Dienstleistungsprojekten, die dann mit der Industrie als Entwicklungspartner realisiert werden sollen.

(ID:299119)