Robotik

Multitalent Roboter als Filmstar und Attraktion in Freizeitparks

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Leichtbauroboter ermöglicht komplexe Kamerabewegungen

Ein Beispiel ist der Hollywood-Blockbuster „Gravity” mit Sandra Bullock und George Clooney. Was für den Zuschauer am Ende so aussieht, als würden die beiden Schauspieler im Weltall um ihr Leben kämpfen, ist in Wirklichkeit eine sogenannte Lightbox. In dieses System, das aus nach innen weisenden Fernsehmonitoren mit insgesamt mehr als 4 Mio. LED besteht, können beliebige Bilder eingespeist werden, in diesem Fall der Weltraum. Gefilmt wird die Szene unter anderem von einem Kuka-Roboter, der auf einer Lineareinheit montiert ist.

Beim Kinohit „Transformers 4 – Ära des Untergangs” bestand eine Entwicklung der österreichischen Firma Wunderwerk ihre Feuertaufe: das auf dem Leichtbauroboter basierende CMOCOS (Camera Motion Control System). Die Besonderheit daran ist, dass durch die sieben Achsen des Roboters komplexe Kamerabewegungen, sogar während der Stuntfahrt mit dem Auto, realisiert werden können. „Diese Aufnahmen wären ohne den Leichtbauroboter so nicht möglich gewesen”, konstatiert der Kuka-Manager.

Der Leichtbauroboter als Teleprompter im Nachrichtenstudio

Der LBR iiwa könnte zukünftig auch im Nachrichtenstudio zum Einsatz kommen. „Das war bislang nicht denkbar”, so Fornoff, „denn die Roboter waren schlichtweg zu laut. Der Leichtbauroboter kann geräuschlos und ohne Verwackeln filmen, als Teleprompter fungieren und außerdem sicher mit dem Nachrichtenteam zusammenarbeiten.”

Eine weitere Facette des Entertainment-Sektors ist die Kombination von Robocoaster und Simulation, wie sie zum Beispiel 2005 am Tag der Raumfahrt in Berlin gezeigt wurde. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Sony errichtete Kuka am Potsdamer Platz den Robodome, einen 8 m hohen und 18 m langen abgedunkelten Kuppelbau. Dort wurden die Besucher auf dem Robocoaster zu einem virtuellen Flug auf den Mars entführt. Aus den hochauflösenden originalen 3D-Daten der Marsoberfläche, gesammelt während der Mars-Express-Mission, generierte das DLR den Flug über die Oberfläche des Roten Planeten. Zeitsynchron zu den erzeugten Bahnkurven wurden entsprechende Bewegungskommandos an den Roboter geschickt. Dank seiner Beweglichkeit im Raum vermittelt der Roboter seinem Fluggast, der via überdimensionalen Bildschirm seinen Flug vor sich sieht, ein einmaliges Schwebegefühl.

Roboter mixen auf Kreuzfahrtschiff Cocktails für die Passagiere

Film und Entertainment werden auch zukünftig dem Roboter viele Anwendungsmöglichkeiten bieten. „Aktuell haben wir mehr als 200 Robocoaster ausgeliefert und wir arbeiten an der nächsten Generation”, verrät Fornoff. „2015 werden wir dazu einiges zeigen können.”

Und ganz im Sinne des James-Bond-Ausspruchs „geschüttelt, nicht gerührt” kann Kuka schon jetzt ein weiteres Einsatzfeld bekanntgeben. Auf dem Kreuzfahrtschiff MS Quantum of the Seas mixen zwei Roboter vom Typ KR 5 arc für die Gäste Cocktails. Enthüllt wurde die Bionic Bar von Makr Shakr am 12. November im New Yorker Cape-Liberty-Hafen. Als Bartender kümmern sie sich um die Getränkewünsche der rund 4000 Passagiere an Bord des Schiffes. Die Gäste der Bar stellen ihren Drink virtuell über eine Smartphone- oder Tablet-App zusammen. Sobald die Bestellung verschickt wird, machen sich die Roboter an die Arbeit. Sie greifen den Cocktail-Mixer, füllen ihn mit den gewünschten Zutaten, schütteln und gießen den fertigen Cocktail ins Glas. Für zwei Getränke benötigt ein Roboter nur eine Minute.

Ergänzendes zum Thema
Meilenstein-Serie Robotik
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Auftakt-Artikel (Teil 1): Mit dem Leichtbauroboter in eine neue Ära der Automatisierung

Serienteil 2: „Der Leichtbauroboter wird ein Türöffner für uns sein”

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