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Wsa-Wert der Bleche unter 0,35 sorgt für gute Lackanmutung
Messbar ist der Erfolg mit optischen Methoden – auf die man sich im gesamten Entwicklungsprozess konzentriert hatte. „Einer der vielfältigen Parameter, der Wsa-Wert, bekam dabei die Schlüsselfunktion. Mit dem Wave Surface Arithmetric Value (Wsa) bringen wir die bisherige Prüfmethode vieler Kunden in der Lackierstraße – Longwave/Shortwave – auf einen ganzheitlichen Nenner“, wie Macherey erläutert. Ein niedriger Wsa bedeutet zunächst einmal: gute Lackanmutung. Weil Wsa zugleich mit der mittleren Rauheit (Ra) korreliert, wird zugleich auch die Umformfähigkeit beeinflusst. In der Praxis kommt es darauf an, den Wsa-Wert der Bleche unter 0,35 zu senken. Bei herkömmlichen Blechen liegt Wsa durchaus über 0,5.
In der Konsequenz gelingt eine hohe Prozessgenauigkeit, bei der man nicht nur eine homogene Textur erreicht, sondern die für die Umformung bedeutende Spitzenzahl erhöhen kann, ohne damit die Glätte sichtbar einzuschränken. Karl-Heinz Kopplin: „Es schadet jetzt nicht mehr, ein paar Täler mehr einzuprägen. Hauptsache, die Flächen bleiben eben. Was man bei Primetex oder Elotex in der Vergrößerung sogar mit dem Auge sieht.“ Wie bei der Drucktechnik muss die Dressierwalze die spätere Topografie des Blechs als „Negativ mit Zugabe“ vorwegnehmen.
Schluss mit der Orangenhaut im Lack
Um solche Walzen überhaupt herstellen zu können, wurde zusammen mit dem Hersteller Neuland beschritten. Wobei wirtschaftliche Kriterien, also vertretbare Kosten, hohe Standzeiten, problemloses Refreshing abgenutzter Werkzeuge und andere Faktoren nicht zu unterschätzende Hürden darstellen. Bei der Herstellung nutzt man das Electrical Discharging Texturing (EDT), ein noch sehr junges Verfahren, bei dem man die Oberflächen der Walzen einem Gewitter aus Stromschlägen aussetzt. Außer den Walzen standen noch andere Prozessschritte im Lastenheft. Macherey: „Wir konzentrierten einen Teil der Entwicklung darauf, die thermischen Prozesse in den Öfen zu optimieren.“
Schlussendlich dürfte der „Orangenhaut“ im Lack damit die Grundlage entzogen sein. Viel entscheidender jedoch ist, dass die Materialien nicht nur fürs Auge Effekte bieten, sondern auch für die Bilanzen. So wurden Oberflächen bisher aufwändig durch Aufbringen von Füller geglättet. Dank Primetex und Elotex besteht jetzt die Option, diesen energieintensiven und umweltbelastenden Arbeitsschritt einzusparen. Erste Automodelle, die Primetex nutzen und die angesprochene Füllerschicht nicht mehr haben, kann man übrigens schon auf der Straße finden.
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