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Die Matrix wird durch die Experten der Technischen Universität Dortmund, Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL), im Bereich Profile und der Universität Siegen, Lehrstuhl für Umformtechnik (UTS) im Bereich Rohre erarbeitet. Der Maschinen- und Anlagenhersteller Tracto-Technik GmbH & Co. KG wird das Projekt als Experte (im Bereich des Freiform- und Rotationszugbiegens) unter wirtschaftlichen und marktrelevanten Aspekten unterstützen.
Das Projekt wird in mehreren Stufen bearbeitet und beinhaltet zunächst eine Studie im Bereich Normen von Halbzeugen und gebogenen Bauteilen, die zum Teil sehr branchenspezifisch sind und in den neuen Standard einfließen sollen. Beispielsweise sind im Bereich des Chemieanlagenbaus Rohrbögen genormt, jedoch sind oft keine Aussagen in Bezug zum Biegeverfahren vorhanden oder nur sehr unzureichend dargestellt.
Der zweite Schritt innerhalb des Projektes wird eine Studie über die entsprechenden Möglichkeiten der gesamten Bandbreite der Biegeverfahren für Profile und Rohre sein. Dabei werden die unterschiedlichen Verfahren gruppiert und die unterschiedlichen Werkzeugtechniken und Ausführungsformen kategorisiert und katalogisiert.
Wirtschaftlichkeit und Verfahren sind genau zu bewerten
Anschließend wird die so entstandene Verfahrenssystematik auf die jeweilige Leistungsfähigkeit und Anwendbarkeit bewertet. Wichtige Bewertungskriterien werden hierbei die Wirtschaftlichkeit, die Verfahrensgrenzen und die Genauigkeit der Verfahren und deren Varianten sein. In Bild 2 ist ein Auszug aus dem Spektrum der Rohr- und Profilbiegeverfahren dargestellt, wobei sowohl Standardverfahren als auch innovative Verfahren für Sonderanwendungen Gegenstand der Studie sein werden.
Dies wird durch umfassende Marktstudien geklärt sowie im Zweifelsfalle durch Machbarkeitsuntersuchungen und Simulationen unterstützt. Die Ergebnisse werden im Zuge des Projektes in eine Datenbank fließen die dann als Grundlage für die Entscheidungsmatrix und eine entsprechende Norm dient. Dabei sollen sowohl die Varianten der häufigsten Biegeverfahren so detailliert wie möglich aufgeschlüsselt als auch innovative Verfahren auf ihre Möglichkeiten qualitativ und quantitativ in die Eingruppierungen aufgenommen werden.
Zu Projektende soll es ein Entscheidungswerkzeug geben
Dazu werden die Forschungsinstitute direkt Firmen ansprechen, auch ein Workshop ist geplant, bei dem erste Ergebnisse besprochen werden können. Zurzeit laufen am IUL und UTS Arbeiten mit dem Ziel, diese Studie zu erarbeiten. Die Institute werden auf Firmen zugehen, um projektunterstützende Informationen für die Projektergebnisse zu erhalten.
Am Ende des Projektes wird ein Entscheidungswerkzeug zur Verfügung stehen, das die Zusammenarbeit von Designern, Konstrukteuren sowie Anwendern erleichtern und Ressourcen bei der Entwicklung von Biegeteilen aus Rohren und Profilen einsparen kann. Es wird wissenschaftlich fundiert bearbeitet und finanziell durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt.
* Dipl.-Ing. Matthias Hermes ist Abteilungsleiter Biegeumformung am IUL Institut für Umformtechnik und Leichtbau der TU Dortmund, Dr.-Ing. Christian Gerlach ist Geschäftsführer der Tracto-Technik GmbH & Co. KG in Lennestadt und Prof. Dr.-Ing. Bernd Engel hat den Lehrstuhl für Umformtechnik am Institut für Produktionstechnik der Uni Siegen. Weitere Autoren sind Prof. Dr.-Ing. A. Erman Tekkaya, Dipl.-Ing. Sebastian Kersten, Dipl.-Ing. Christoph Becker, M. Sc. Christian Pleul, Dipl.-Wirt.-Ing. Christopher Kuhnhen, Dipl.-Ing. Christian Mathes und Dipl.-Wirt.-Ing. Michael Rohrmann.
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