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Neuer Standard vereinfacht Auslegung von Rohren und Profilen

| Autor/ Redakteur: Matthias Hermes, Christian Gerlach, Bernd Engel und Andere / Dietmar Kuhn

Das Biegen von Rohren und Profilen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Konstruktion eines Biegeteils erfordert umfassendes Erfahrungswissen. Die Uni Siegen, die TU Dortmund und Tracto-Technik arbeiten deshalb an einem branchenübergreifenden Standard, der Rohrbiegern die Auslegung eines Biegeteils vereinfacht.

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Entscheidungsmatrix zur Auswahl eines Profil- und Rohrbiegeverfahrens. (Bild: Hermes)
Entscheidungsmatrix zur Auswahl eines Profil- und Rohrbiegeverfahrens. (Bild: Hermes)

Das Biegen von Profilen und Rohren als Konstruktionselemente gewinnt in den Bereichen Automobil, Schienenfahrzeuge, Chemie- und Lebensmittelanlagen, Fördertechnik und Möbelindustrie eine immer größere Bedeutung, insbesondere unter Leichtbauaspekten. Hier ist es notwendig, präzise gekrümmte Bauteile herzustellen, die durch neue Anwendungsfelder auch immer komplexere Formen annehmen.

Die Auswahl des Biegeverfahrens und der dazugehörigen Parameter zur Konstruktion der Werkzeuge und Einstellung der Maschine unterliegt einer Vielzahl von Einflüssen, wie beispielsweise den Anforderungen der Kunden, den Anwendungs- und Einsatzbereichen des Produkts, den vorgegebenen Toleranzen, den Werkstoffen und auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Aufgrund der hohen Komplexität geht dies oftmals nur nach dem „Trial-and-Error-Prinzip“ über kosten- und zeitintensive Probeproduktionen für jede separate Biegeaufgabe.

Erstmalig Industriestandard für das Profil- und Rohrbiegen entwickelt

Damit ist eine Vergeudung von Zeit und Material verbunden, die sich nachteilig auf die Anwendung innovativer Biegetechniken auswirkt. Den Konstrukteuren von Biegeteilen sind die Verfahren, Maschinen sowie Toleranzen oft unbekannt und es entstehen bei der Fertigungsanfrage durch Missverständnisse unnötige Iterationsschleifen, bis eine biegegerechte Konstruktion in Bezug auf die Wahl des Halbzeugs, der Biegekontur und des Biegeverfahrens entsteht.

Dabei kann eine übergreifende Normung helfen, die einen allgemeingültigen Mindeststandard für Rohr- und Profilbiegeteile enthält, eine Standardisierung von Profilbiegeteilen. In diesem Verbundprojekt wird erstmalig ein Industriestandard für das Profil- und Rohrbiegen entwickelt. Dieser dient als konkreter Entwurf, der einem Normungsantrag beim DIN beigefügt wird. Der Antrag wird beim Normenausschuss „Technische Grundlagen“ eingereicht mit dem Ziel, eine europäische und/oder internationale Normung zu erreichen (ZEN/ISO).

Kenntnis der Biegeverfahren führt zum schnellen Bauteil

Durch diesen neuen, branchenübergreifenden Standard soll es zukünftig möglich sein, für Profil-und Rohrbiegeteile ein optimales Biegeverfahren zu ermitteln. Das Biegeverfahren soll anhand von definierten Anforderungen wie Anwendungsbereichen, Materialien und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgewählt werden.

Diese umfassenden Informationen werden im Zuge des Projektes in eine Auswahlmatrix (Bild 1) gefasst, die mittels einer Software den Nutzer bedienungsfreundlich bei der Auswahl unterstützt. Außer den grundlegenden technischen Parametern zur Auslegung der jeweiligen Verfahren soll eine Bewertung der Machbarkeiten mit bereitgestellt werden.

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