Close Brothers Factoring (CBF) hat wieder auf die Lage der deutschen Metall- und Elektrobranche geblickt. Es bleibt dabei, dass über zwei Drittel der Unternehmen finanziell kritisch dastehen.
Detlef Küssner ist Geschäftsführer der Close Brothers Factoring GmbH. Sein Kommentar zu den gravierenden Liquiditätsengpässen im Metall- und Elektrosektor: „Viele suchen Möglichkeiten, ihre Lage zu verbessern. Das Factoring hat dabei einen hohen Stellenwert erlangt.“
(Bild: CBF / Rimbach GbR)
Fast alle Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (99 Prozent) klagten 2022 über Liquiditätsengpässe durch verzögerte oder ausgefallene Zahlungen (siehe hier). Das ergab eine erneute Umfrage der Close Brothers Factoring GmbH aus Mainz, Antworten von 201 Unternehmen der Branche gesammelt hat. Über zwei Drittel aller Betriebe (69 Prozent) stehen demnach sogar vor kritischen Engpässes, wobei diese bei drei von fünf Unternehmen (60 Prozent) eher kritisch eingestuft werden, bei 9 Prozent aber sehr kritisch. Bei knapp 30 Prozent der Befragten waren die Liquiditätsengpässe immerhin eher unkritisch.
Die Befragung zeige auch, dass es im letzten Jahr im Vergleich zu 2021 mehr Fälle gab, bei denen Rechnungen verzögert oder gar nicht bezahlt wurden. Bei drei von fünf der befragten Metall- und Elektrobetriebe (genau 61 Prozent) stieg die Zahl der Ausfälle an. Bei 26 Prozent waren es die verzögerten Zahlungen. Rund 12,5 Prozent erlebten sowohl mehr Ausfälle als auch mehr Verzögerungen bei offenen Forderungen.
Zusätzliche Finanzierungsstrategien waren nötig
Um die eigene Liquidität sicherzustellen oder zu verbessern, griffen 96 Prozent der Metall- und Elektroindustrieunternehmen auf zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen zurück, wie beziehungsweise durch Dienstleister. Fast die Hälfte von ihnen (45,5 Prozent) verkaufte Anlagegüter an Händler oder andere produzierende Betriebe. Ein ähnlich hoher Anteil mit 44,5 Prozent veräußerte Anlagegüter an Finanzdienstleister und leaste oder mietete sie zurück. Neue Darlehen von Kreditinstituten wurden ebenfalls oft aufgenommen (43,5 Prozent). Rund 38,5 Prozent der betreffenden Unternehmen nutzten Factoring zur Liquiditätssicherung.
So kritisch zeigten sich die Liquiditätsengpässe für die deutsche Metall- und Elektrobranche im letzten Jahr.
(Bild: CBF)
Factoring zählt zu den gefragtesten Finanzierungshilfen
Die Umfrage mache deutlich, wie stark die Liquidität von Metall- und Elektrobetrieben im letzten Jahr belastet war. Vor dem Hintergrund sei es kein Wunder, dass so viele Unternehmen zusätzliche Finanzierungsquellen und entsprechende Dienstleister wahrgenommen haben, um ihre Liquidität sicherzustellen oder wenigstens zu verbessern. Fast zwei Fünftel von ihnen griff dabei auf das Factoring zurück, was auch Close Brothers deutlich spürte, wie es weiter heißt. Das Geschäft mit Bestandskunden konnte man jedenfalls im letzten Jahr um über 20 Prozent ausbauen.
Factoring könne Unternehmen insbesondere bei wachsenden oder gleichbleibenden Umsätzen erhebliche Vorteile bieten, betont CBF. Und durch den regelmäßigen Verkauf von Forderungen an einen Dienstleister wie eben CBF ließe sich bankunabhängig und zuverlässig die eigene Liquidität sichern und die Eigenkapitalquote auf einem guten Niveau halten. Durch die regelmäßigen, planbaren Zahlungseingänge könnten Betriebe außerdem größere Warenmengen mit kürzeren Zahlungszielen und damit zu besseren Konditionen erwerben. Weil der Finanzdienstleister alle Forderungen direkt und zeitnah begleiche, seien darüber hinaus auch längere Zahlungsziele für Abnehmer möglich, was sich nicht selten als ein entscheidendes Verkaufsargument erwiesen habe.
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