Pressenlinien

Optimales Transfersystem sorgt in Umformpressen für sichere Teile

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Pressenstößel und Compact-Transfers sind echtzeitsynchronisiert

Für die Pressen verschiedener Fabrikate und die unterschiedlichen Ansteuerungen sollte eine einheitliche Visualisierungsoberfläche umgesetzt werden und auch die Verbundsteuerung und Sicherheitssteuerung sollten einheitlich und transparent gestaltet werden. In der überholten Pressenstraße sind die Stößel zueinander um 30° phasenversetzt angeordnet. Die Bewegungen der Pressenstößel und des Compact-Transfers werden in Echtzeit synchronisiert. Das ermöglicht es, mit einem besonders geringen Freiraum zu arbeiten, womit wiederum eine höhere Taktzahl umgesetzt wird (Bild 3). Strothmann hat ein für verschiedenste Fahrzeugteile geeignetes Handlingsystem von der Pressenbeschickung bis hin zur Ausschleusung am Ende der Pressenstraße entwickelt. Das ganzheitliche Automatisierungskonzept besteht aus einem automatisch rüstbaren Platinenlader, dem Compact-Transfer auf der Basis von Servolineartechnik und Standardrobotern am Ende der Pressenstraße (Bild 4).

Bei der Programmierung der Bewegungskurven setzte Strothmann auf die Pressensimulations-Software von Siemens, die dazu dient, den effizientesten sicheren Verfahrweg zu ermitteln. Die theoretische Maximalbeschleunigung beträgt in der Horizontalachse 25 m/s² und in der Vertikalachse 15 m/s². In der Praxis wird bei VW mit 20 und 10 m/s² beschleunigt. Das System ist für Platinengrößen von 4100 mm × 2100 mm und Lasten bis 120 kg Gewicht (Platine und Tooling zusammen) ausgelegt. Es lässt sich einfach und schnell nachrüsten. Eine komplette Compact-Transfer-Baugruppe kann durch Anflanschen der Halterung an das vorhandene Bohrbild in den Pressengestellen in wenigen Stunden ausgewechselt werden.

Lineartechnik bietet Vorteile im Vergleich zu Schwenkarmsystemen

Ganz im Sinn einer weitgehenden Standardisierung und unkomplizierten Wartung kommen als Linearführungen und Antriebe Normalien zum Einsatz. Gemäß der Spezifikation wurde für die anspruchsvollen Aufgaben Antriebstechnik von Siemens eingebaut. Im Vergleich zu Schwenkarmsystemen ergeben sich also mehrere Vorteile: Mit der verwendeten Lineartechnik lassen sich die komplexen und langen Transferwege einfacher und für den Bediener transparenter umsetzen, es sind keine Orientierungsstationen nötig und die Antriebe sind so positioniert, dass sie vor einer Zerstörung durch die Presswerkzeuge geschützt sind.

* Helmut Wiesing ist Spartenleiter Vertrieb Pressenautomation bei der Strothmann Machines & Handling GmbH in 33758 Schloß Holte-Stukenbrock

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