Walzprofilieren

Profile von der Rolle

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Dipl.-Wirt.-Ing. Christoph Hussmann, im Unternehmen zuständig für Profilrollen und Werkstückvermessung, ist ein kompetenter und gefragter Referent zum Thema Herstellung von Profilrollen. Für ihn ist das Walzprofilieren „wegen seiner hohen Ausbringungsleistung das für die industrielle Fertigung wichtigste Herstellverfahren für Kaltprofile“. Kaltprofile sind dünnwandige Profile aus Band oder Blech, die durch Kaltumformung, also Walz-, Biege- oder im Pressverfahren, hergestellt werden.

Walzprofilieren mit kaltem Blech bietet Vorteile

Zu den Vorteilen von Kaltprofilen zählt vor allem die Möglichkeit der freien Gestaltung der Querschnitte, um die funktionellen und baulichen Anforderungen zu erfüllen. Hinzu kommen die Vielfalt der Oberflächenbehandlung, so können beispielsweise auch vorbeschichtete Bleche kaltprofiliert werden, und die Integration von Loch-, Perforier- und Profilierarbeitsgängen in den Walzprozess integriert werden.

Kaltgewalzte Profile können mit engen Toleranzen hergestellt werden, sie haben ein vorteilhaftes Verhältnis von Tragkraft zu Gewicht, sie sind leicht handhabbar und bieten einfache Verbindungsmöglichkeiten. Dabei weisen sie eine geringe Verarbeitungsempfindlichkeit auf und verursachen niedrige Werkstattkosten.

Drehende Werkzeugbewegung charakteristisch für das Walzprofilieren

Beim Walzprofilieren, erläutert Christoph Hussmann, „handelt es sich um ein kontinuierliches Biegeumformen mit drehender Werkzeugbewegung. Dabei wird der Querschnitt eines ebenen Blechbandes fortschreitend, also mehrstufig, mit Hilfe angetriebener, hintereinander auf Walzgerüsten angeordneter Profilrollenpaare umgeformt“.

Die Anzahl der Rollenpaare ist abhängig von der herzustellenden Querschnittsform, dem Werkstoff sowie von spezifischen Qualitätsanforderungen an das Profil. Als Ausgangswerkstoff wird beschichtetes oder unbeschichtetes Stahlband oder NE-Metallband in Form von Wickelbunden, sogenannten Coils, bevorzugt. Obwohl das Walzprofilieren, so Hussmann, „seit über 100 Jahren bekannt ist und bereits seit Anfang der dreißiger Jahre industriell eingesetzt wird, konnte sich das Verfahren erst nach 1945 zur Herstellung von Kaltprofilen durchsetzen“.

Spezialprofile und Standardprofile

Das Walzprofilieren ist auch unter den Begriffen Rollformen, Rollprofilieren, Kaltprofilieren oder Profilieren bekannt. Bei den Profilformen unterscheidet man zwischen Spezialprofilen, die kundenspezifisch entwickelt werden, und Standardprofilen sowie nach den Querschnittsformen offene und geschlossene Profile, symmetrische oder unsymmetrische Profile und geradwinklige oder schiefwinklige Profile.

Bei Spezialprofilen fertigt der Hersteller das kaltgewalzte Profil entsprechend den Anweisungen des Kunden. Dafür wird ein spezieller Profilrollensatz benötigt. Christoph Hussmann: „Solche Rollenwerkzeuge können beispielsweise von uns angefertigt werden.“ Außerdem bietet eigentlich jeder Hersteller von Kaltprofilen auch eine bestimmte Palette von Standardprofilen an, wie etwa Winkel-, U-, Z-, C-Profile oder Schlitzrohre.

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