Walzprofilieren

Profile von der Rolle

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Die höchstmögliche Länge von Walzprofilen ist von der Fertigung her unbegrenzt und nur von den Transportmöglichkeiten abhängig. Der Bedarf an Profilen mit mehr als 15 m Länge ist keine Seltenheit. Die größte Profilhöhe ist das Maß senkrecht zur Profilrollenachse. Sie ergibt sich aus den Umformbedingungen und den Profilrollendurchmessern und ist nicht zwangsläufig mit der größten Gebrauchshöhe des Profils identisch.

Auslegung der Werkzeuge für das Walzprofilieren

Die Werkzeugauslegung eines kompletten Profilrollensatzes beruht immer noch ausschließlich auf der Erfahrung der Konstrukteure und der Mitarbeiter in den Profilierunternehmen. Um den Konstrukteur von Routinetätigkeiten zu entlasten, stehen ihm heute jedoch speziell für das Walzprofilieren entwickelte CAE-Systeme zur Verfügung – zum Beispiel “Profil“ von Ubeco oder „Copra“ der Firma Data-M.

Doch selbst diese modernen CAE-Systeme, macht Hussmann deutlich, „können das Mitarbeiterwissen und die gesammelten Erfahrungen nicht vollständig ersetzen, da trotz intensiver Forschung an den Verfahrensgrundlagen bisher aufgrund einer Vielzahl komplex wirkender Größen keine analytische Lösung für die Beschreibung des Umformvorgangs existiert“.

Vorausbestimmung beim Walzprofilieren noch schwierig

So sei eine Vorausbestimmung der zu erwartenden Profilqualität inklusive Spannungen und Formänderungen unter konkreten Umformbedingungen und Blecheigenschaften „derzeit noch nicht möglich“. Die entscheidenden Qualitätsmerkmale von Walzprofilen sind – außer der Maßhaltigkeit – geringe Makroeigenspannungen und geringe geometrische Abweichungen.

Man unterscheidet zwischen Längsformabweichungen (Verdrehung, Längskrümmung, Welligkeit der Bandkanten) und Querformabweichungen (Querkrümmung, Profilendenverformung, Winkelabweichung). Die Querformabweichungen als Ergebnis der Querformänderungen stellen sich in der Profilierpraxis als ein weitestgehend gelöstes Problem dar.

Längsformabweichungenn noch schwer zu beherrschen

Als wesentlich schwieriger erweist sich die Beherrschung der Längsformabweichungen. Sie haben ihre Hauptursache in den auftretenden Längsformänderungen der Umformzone und in der Größe der bleibenden Längsformänderungen. Das Auftreten der maximalen Dehnungen und Spannungen hierbei ist aber nicht zwangsläufig auf die Bandkanten beschränkt.

Der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens nicht gerade förderlich ist der hohe Rüst- und Einstellaufwand der Walzensätze. Die Einstellzeiten nach einem Werkzeugwechsel sind – wie auch die Auslegung der Rollensätze – abhängig vom Erfahrungsschatz der Mitarbeiter des Walzprofilierers. „Bis ein Profil erstmalig in der gewünschten Qualität die Anlage verlässt“, betont Christoph Hussmann, „sind vor allem beim Einfahren umfangreiche Einstellarbeiten an der Anlage, unter Umständen sogar konstruktive Veränderungen an den Werkzeugen erforderlich. Vor diesem Hintergrund wird erneut die Problematik des personell gebundenen Know-hows deutlich“.

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