Das erste der beiden Sägezentren nahm EHG im Jahr 2000 in Betrieb. Und 2019 wurde die Anlage erweitert. Sie ist mit einer Hochleistungs-Kreissäge vom Typ Kastovariospeed ausgestattet. Die Maschine ist prädestiniert, um schnell wechselnde Aufträge vollautomatisch abzuarbeiten. Ausschlaggebend für diese Investition war, dass eine der älteren Sägen nach rund 20 Jahren am Ende ihrer Lebensdauer angelangt war. Im Zuge dessen beschlossen die EHG-Entscheider, verstärkt in das Thema Automatisierung zu investieren. Dass auch für dieses Projekt die Wahl auf Kasto fiel, war nach allen gesammelten Erfahrungen klar.
An die Säge ist wiederum ein Industrieroboter angebunden, der die fertigen Abschnitte mithilfe diverser Greifer automatisch aus dem Arbeitsbereich der Maschine entnimmt, entgratet und auftragsbezogen sortiert. Abgelegt werden die Teile in unterschiedlich große Karton- und Kunststoffboxen, die ebenfalls maschinell bereitgestellt werden. Ein besonderes System, das Kasto dafür entwickelt hat, ist ein Behälterkarussell mit acht Palettenplätzen, auf denen der Roboter die jeweiligen Boxen selbstständig platzieren und befüllen kann, wie man betont.
Über abschüssige Rollenbahnen gelangen die Karton- und Kunststoffboxen, die es jeweils in sechs verschiedenen Größen gibt, in den Arbeitsbereich des Roboters. Die Steuerung des Sägezentrums ermittelt dazu anhand der Auftragsdaten den für die jeweiligen Werkstücke geeigneten Behälter, welchen der Roboter dann mithilfe eines Saugers auf der Palette platziert. Während die Abschnitte gesägt und gestapelt werden, wird das passende Versandetikett für den aktuellen Auftrag gedruckt. Dieses wird ebenfalls vom Roboter per Sauger in der dazugehörigen Box abgelegt. Ist eine Palette komplett befüllt, rotiert das Karussell einen Platz weiter, so dass ein neuer Ladungsträger zur Verfügung steht. Per Hubwagen oder Stapler transportieren die Mitarbeiter die Paletten mit der vorkonfektionierten Ware nun zum Versand.
Autonomer Materialfluss per Palettenpuffer
Die Steuerung der Anlage ist über eine eigens geschaffene Schnittstelle an das bei EHG eingesetzte Warenwirtschaftssystem angebunden. Damit könnten die Aufträge vollautomatisch generiert und abwickelt werden. EHG profitiere dabei von einem einheitlich gesteuerten und verwalteten Materialfluss, bei dem im gesamten Prozessverlauf vom Warenein- bis -ausgang kaum eingegriffen werden müsse. Mithilfe eines Puffers aus bis zu acht Paletten ist es möglich, das Sägezentrum auch über einen längeren Zeitraum autonom arbeiten zu lassen.
Die Kasto-Lösung überzeugte die Verantwortlichen bei EHG dermaßen, dass sie 2020 ein weiteres Sägezentrum, in das 2007 investiert worden war, mit neuer Sägetechnik erweiterten. Ausschlaggebend dafür war, dass man das bestehende Hochregallager verlängern wollte und zugleich eine zusätzliche Kommissionierhalle im Auge hatte. Die neue Sägezelle ist dabei so in die Räumlichkeiten eingebunden, dass sie sich auch aus zwei Lagerbereichen selbstständig bedienen kann. Ausgestattet ist sie mit dem Hochleistungs-Kreissägeautomaten Kastogripspeed C 10, der für das schnelle und präzise Trennen von unterschiedlichen Stählen ausgelegt ist. Ein besonderer Vorteil der Maschine ist, wie es heißt, ihre Vorschubzangenfunktion, die für eine lange Lebensdauer bei geringem Verschleiß sorgt. Auch dieses zweite Sägezentrum verfügt über einen Handlingroboter und das spezielle Behälterkarussell. Die Integration der einzelnen Maschinen in ein durchgängiges System gilt in dieser Form sicherlich als einzigartig, meint EHG. Jetzt könnten die Dornbiner die steigenden Abrufzahlen der Aufträge auch mit Blick auf die kleinen Losgrößen weiterhin optimal bedienen.
Stand: 08.12.2025
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