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Alles muss rollen
„Im Zuge dieser Neuorganisation haben wir auch die betriebsinternen Logistikabläufe in erheblichem Umfang umgestellt“, sagt T. Kaysser. Logistikfunktionen und Produktion wurden systematisch voneinander getrennt. Mitarbeiter in der Produktion konzentrieren sich auf ihre wertschöpfenden Tätigkeiten, während die Betriebslogistik dafür sorgt, dass Material und Werkzeuge rechtzeitig zur Hand sind. Dazu gehörte auch eine Umstellung der betriebsinternen Transportvorgänge. Während früher große Flächen mit «wartenden» Paletten vollgestellt waren, was teils erhebliche Zeitverzögerungen bedingte, sei das Motto heute „Alles auf Rollen“.
Dafür wurden Rollgestelle konstruiert, mit deren Hilfe sich Paletten schnell bewegen lassen. Auch für Montageaufgaben gibt es spezielle Gestelle, die mit allen für den jeweiligen Auftrag erforderlichen Kleinteilmagazinen sind. Ein spezieller Logistikzug übernimmt den fahrplanmäßigen Transport von Teilen und Material zwischen den Lagerplätzen und den Produktionsabteilungen.
Umdenken in der Belegschaft
„Zu den wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg des Systems gehörte auch, die gesamte Belegschaft auf dem Weg dorthin sozusagen mitzunehmen“, weiß A. Hinterkopf. Statt sich auf externe Berater zu verlassen, habe man lieber Zeit darin investiert, die Mitarbeiter auf dem Weg zu dieser neuen Arbeitsorganisation zu begleiten. Eines der größten Hindernisse war hierbei, die bisherige handwerkliche Sichtweise abzulösen, weil die Mitarbeiter sonst „am System vorbeiarbeiten“.
Heute wird für jeden Mitarbeiter ein Tagesarbeitskonto vorgegeben, das alle zu erledigenden Aufgaben auflistet. Anfangs gab es Irritationen, weil das Konto am Ende des Tages leer war. Inzwischen arbeiteten die Mitarbeiter aktiv darauf hin, ihr Konto bis zum Abend leerzubekommen. Die Meister suchten bei Problemen mit dem Abteilungskonto nach Lösungen oder schalteten erforderlichenfalls die Betriebsleitung ein. Bei ihnen musste man Verständnis dafür wecken, dass Entscheidungen und Maßnahmen konsequent und ohne Ausnahme über das ERP-System abzuwickeln waren und Eigenmächtigkeiten nur zu Störungen führen.
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