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Die Ziele der Modernisierung waren schnell formuliert: Die Anlage sollte mechanisch modernisiert und ihre Leistung gesteigert werden. Da auch die Bandgeschwindigkeit gesteigert werden sollte, mussten auch die Leistungen der Ab- und Aufhaspel sowie der Bremswalzen erhöht werden. Grundlegende Anlagenparameter wie das Einsatzspektrum für Dicken von 0,1 bis 0,8 mm und Breiten von 70 bis 420 mm oder die Streckgrenze von maximal 630 N/mm² galt es jedoch zu erhalten. Der Auftrag für die notwendige Erneuerung der Elektrotechnik wurde an DAA Delta Technik GmbH, den Kooperationspartner von Burghardt + Schmidt, vergeben. Dieser setzte ein umfangreiches Maßnahmenpaket von der Demontage der alten Schaltschränke über die komplette Neuverkabelung bis hin zur Integration einer Visualisierung auf WinCC-Basis um.
Präzise Bandkantenregelung für bessere Planheit und Produktivität
Burghardt + Schmidt empfahl dazu den Austausch aller vorhandenen Antriebe an Haspeln und Walzen durch Drehstrommotoren. „Damit ist nicht nur der Wartungsaufwand geringer, sondern es lässt sich so auch die Bremsenergie zurückspeisen und damit die Energieeffizienz verbessern“, erläutert Volker Lüdecke, technischer Leiter des Unternehmens.
Zum Anschluss der neuen Motoren mussten neue Sockel gesetzt, die bisherigen Kupplungen mit Bremstrommeln gegen solche mit Bremsscheiben ersetzt und statt der vorhandenen Backenbremsen als Stillstandsbremsen Bremszangen verbaut werden. Außerdem wurden entsprechend der veränderten Ausgangsbedingungen Getriebe mit neuen Übersetzungen installiert sowie an den Haspel eine Zwischenwelle mit einer zweiten Kupplung montiert.
Bandkantenregelung für exakte Positionierung des Metallbandes
Damit gewährleistet ist, dass das Metallband jederzeit exakt positioniert wird und mittig in die Richtanlage einläuft, sollte außerdem der bisher feststehende Aufhaspel mit einer Bandkantenregelung nachgerüstet werden. Zu diesem Zweck wurde zunächst die Unterseite der Haspel umgearbeitet, um dort Linearführungen anbringen zu können. Die eigentliche Kantenregelung mitsamt Lichtband montierten die Experten in ein Gestell, das sie hinter dem Überbrückungstisch vor der letzten Umlenkrolle zum Aufhaspel platzierten.
Zur präzisen Steuerung bei der Positionierung mit einer Toleranz von weniger als 1 mm für die geregelte Kante wurde ein Linearwegaufnehmer an die Haspel angebaut und mit einem digitalen Bandlaufregler verbunden. Das Band wird mithilfe eines Hydraulikzylindern mit ± 100 mm Hub verschoben.
Als Fixpunkt für das Band musste zudem eine 250-mm-Umlenkrolle zwischen der Bandkantenerfassung und dem Aufhaspel in die Anlage integriert werden. Im Hinblick auf die Mitarbeitersicherheit erhielt sie, ebenso wie auch die Bogenzahnkupplungen, Schutzvorrichtungen. Zudem wurden die notwendigen Schläuche und Rohre samt Ventilblöcken zur hydraulischen und pneumatischen Versorgung der neuen oder veränderten Anlagenteile gelegt.
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