Der Rüstungskonzern Rheinmetall fühlt mit Blick auf eine Kooperation mit VW in Osnabrück vor. Einige hochrangige Entscheider trafen sich deshalb.
Sieht so die Zukunft aus? Wie vor Kurzem bekannt wurde, scheint sich der Rüstungskonzern Rheinmetall durchaus für eine Kooperation mit Blick auf den VW-Standort Osnabrück zu interessieren. Chefs von Rheinmetall, MAN und VW kamen deshalb zusammen ...
(Bild: Rheinmetall)
Rheinmetall lotet eine mögliche Kooperationen mit dem VW-Konzern aus, wie der dpa zu Ohren kam. Eine Delegation des Rüstungskonzerns besuchte deshalb das VW-Werk in Osnabrück, wie eine VW-Sprecherin auf Anfrage bestätigte. Dabei wurden mögliche Potenziale einer weiteren Zusammenarbeit des Joint Ventures „Rheinmetall MAN Military Vehicles“ zwar diskutiert, doch das nur mit offenem Ergebnis, wie es weiter heißt. Konkrete Ableitungen für den Standort gebe es nicht. An dem Treffen nahm der Zeitung zufolge auch Rheinmetall-Chef Armin Papperger teil und von Volkswagen kamen der Chef der Lkw-Tochter MAN, Alexander Vlaskamp, und Konzernvorstand Gunnar Kilian, der auch für das Lkw-Geschäft dort verantwortlich ist. Rheinmetall wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Das Gerücht, dass Rheinmetall am VW-Werk Interesse habe, scheine wohl eher nicht zu stimmen, weil die Anlagen nicht wirklich für eine Rüstungsunternehmen geeignet seien. Papperger ließ aber durchblicken, dass er, bevor er in Deutschland ein neues Werk für Panzer baut, sich das dort durchaus anschauen wird.
VW-Osnabrück sollte lieber mehrgleisig fahren
Die IG Metall bewertete das mögliche Interesse von Rheinmetall als Beleg für die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Gleichzeitig warnte die Gewerkschaft aber vor einer voreiligen Aufgabe des VW-Werks. Das VW-Management müsse nun sorgfältig abwägen, ob es auf dieses eingespielte und hochqualifizierte Team verzichten wolle. Es wäre kurzsichtig, sich einseitig auf die Rüstungsindustrie zu konzentrieren. Die IG Metall sehe dabei zahlreiche Möglichkeiten, in Osnabrück unter dem Dach von Volkswagen neue Auftragsfertigungen auch für verschiedene Branchen aufzubauen. Das VW-Werk Osnabrück hat 2.300 Mitarbeiter. Neben dem T-Roc Cabrio werden derzeit vor allem Fahrzeuge für Porsche gefertigt. Darunter der Boxster und der Cayman. Die Produktion der beiden Porsche-Modelle soll aber 2026 auslaufen. Mitte 2027 ist es dann auch mit der Fertigung des VW-Cabrios vorbei.
Ehemaliger Karmann-Standort kippt schon länger
VW-Konzerchef Oliver Blume hatte sich bei der Bilanzvorlage Mitte März aber für ein verstärktes Engagement in Militärprojekten offen gezeigt. Gemeint sind etwa Militärlaster, wie sie MAN und Rheinmetall bereits gemeinsam anbieten. Konkrete Gespräche gebe es bisher aber nicht. MAN und Rheinmetall arbeiten übrigens bereits seit rund 15 Jahren im Gemeinschaftsunternehmen „Rheinmetall MAN Military Vehicles“ zusammen. Rheinmetall ist aber parallel auch als ziviler Autozulieferer tätig, was viele vielleicht nicht wissen. Medienberichten zufolge hatte VW im vergangenen Jahr bereits eine Schließung des Standorts Osnabrück durchgerechnet. Doch davon war man nach der Tarifeinigung mit der IG Metall wieder abgerückt. (Der einstige Karmann-Standort Osnabrück war 2009 nach der Insolvenz des bisherigen Cabrio-Auftragsfertigers zu Volkswagen gekommen).
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