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Das Unicompact-Lager nutzt den vorhandenen Raum effektiv aus und ermöglicht eine hohe Lagerdichte: Rund 5000 t Material können in dem System auf einer Fläche von etwa 1000 m2 verstaut werden. „Die Kragarmregale, die wir vorher im Einsatz hatten, benötigten für die gleiche Menge 5500 m2“, erzählt Mike Hickman. „Mit dem neuen Kasto-Lager haben wir nun also jede Menge neue Flächen zur Verfügung, die wir zum Beispiel für weitere Bearbeitungsmaschinen nutzen können.“ Und damit nicht genug: Das Unicompact bietet genug Kapazität, um bei Bedarf sogar bis zu 7000 t Material aufzunehmen. Damit ist Böhler-Uddeholm auch für künftiges Wachstum bereits bestens gerüstet.
Ein- und Auslagern per Knopfdruck
Für die Ein- und Auslagerung des Langguts stehen insgesamt zwölf Übergabestationen bereit, an denen Mitarbeiter das Material in die Kassetten legen und auch wieder entnehmen. Versorgt werden diese über ein Regalbediengerät (RBG) in Portalbauweise. Es transportiert die Ladungsträger vollautomatisch auf Knopfdruck zu den Lagerplätzen und auch wieder hinaus. Um Leerfahrten zu vermeiden, ist das RBG doppelspielfähig – das heißt, Ein- und Auslagervorgänge werden effizient miteinander kombiniert. Mit einer Hubgeschwindigkeit bis 70 m und einer Längsfahrgeschwindigkeit bis zu 160 m pro Minute arbeitet es zudem äußerst dynamisch und sorgt so für kurze Zugriffszeiten. Bis 45 Doppelspiele pro Stunde schafft das System mühelos. „Früher mussten unsere Mitarbeiter das Material in den Regalen suchen und dann per Stapler entnehmen – ein mühsames, zeit- und kostenintensives Prozedere“, erinnert sich Hickman. „Kurze Lieferzeiten einzuhalten war so natürlich schwierig – und nicht zuletzt war das Risiko, sich bei der manuellen Handhabung der langen Stangen und Rohre zu verletzen, recht hoch.“
Von den Ausgabestationen gelangt das Material zu einer der zahlreichen Bearbeitungsmaschinen oder direkt in den Versand. Das Warehouse Management System (WMS) Kasto-Logic sorgt dafür, dass jeder Artikel auch genau dort landet, wo er hingehört. „Wir haben die Lagerverwaltung direkt an das SAP-System von Böhler-Uddeholm angebunden“, berichtet Kasto-Fachmann Ernst Wagner. „Das ermöglicht schlanke Prozesse und eine hohe Transparenz.“ Papier benötigt der Stahlhändler zur Bearbeitung seiner Aufträge fast gar nicht mehr, alles funktioniert elektronisch. Kasto-Logic überwacht und managt sämtliche Bestände, jeder Artikel lässt sich zu 100 % rückverfolgen. Das hilft, Fehler zu vermeiden, und schafft die nötige Übersicht.
Energieeffiziente Technik senkt die Betriebskosten
Auch bei der Energie- und Kosteneffizienz überzeugt das neue Lager: Da die Prozesse im Inneren vollautomatisch ablaufen, sind weder Licht noch Heizung erforderlich. Das RBG verfügt zudem über ein System zur Energierückgewinnung: Überschüssige Bewegungsenergie, die beim Abbremsen des Portals oder beim Senken des Hubwerks entsteht, lässt sich damit in Strom umwandeln und in das Netz zurückspeisen. Das senkt den Stromverbrauch der Lagertechnik im Vergleich zu konventionellen Antriebssystemen bis 40 %. Weitere Kosten kann Böhler-Uddeholm beim Betrieb seiner Flurförderzeuge einsparen: „Durch das Automatiklager von Kasto konnten wir unsere Staplerflotte von 15 auf sechs Fahrzeuge verkleinern“, freut sich Betriebsleiter Hickman. „Die deutlich geringere Abgas- und Lärmbelastung durch die Dieselmotoren der Stapler ist für unsere Mitarbeiter ein zusätzlicher positiver Effekt.“
Seit 2016 ist das neue Unicompact-Lagersystem in Betrieb – mit beeindruckenden Ergebnissen: „Wir haben nicht nur rund 80 % unserer bisherigen Lagerfläche eingespart und damit wertvollen Platz gewonnen, sondern auch unsere Prozesse viel effizienter gestaltet“, betont Tom Gowan, Geschäftsführer von Böhler-Uddeholm UK. „Die Zugriffszeiten sind jetzt deutlich kürzer, so dass wir alle Bestellungen, die bis mittags eingehen, noch am selben Tag kommissionieren und versenden können.“ Der Stahlhändler konnte außerdem die Betriebskosten und den Personalaufwand erheblich reduzieren, so dass sich die Investition voraussichtlich nach nur drei bis fünf Jahren amortisiert hat. „Unser Ziel ist es, unseren Durchsatz bis zum Jahr 2020 um 50 % zu steigern“, erklärt Gowan. „Das Kasto-Lager mit seinen Kapazitäten ist auf diesem Weg ein wichtiger Schritt.“
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