Biegezelle

Roboter biegt die schwierigen Teile

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Die Biegezelle ist so gut ausgestattet, dass der Roboter auch mit den unterschiedlichen Materialeigenschaften umgehen kann. Die Rückfederung beim Biegen wird von der Winkelsensorik erfasst, an die Steuerung gegeben und die Maschine kann damit eine Winkelkorrektur selbstständig vornehmen. „Das Problem beim Biegen ist, dass die Stoffeigenschaften voll auf das Ergebnis durchschlagen. Daher ist nicht nur bei unterschiedlichen Werkstoffen, sondern auch bei unterschiedlichen Chargen eine Winkelkorrektur notwendig“, sagt Jordan. Hätte die Biegezelle eine solche Korrektur nicht, müsste der Bediener sie wesentlich häufiger kontrollieren und es wären auch Nacharbeiten notwendig.

Roboter-Biegezelle kann Mitarbeiter physisch entlasten

„Der Roboter ist nicht unbedingt schneller als der Mensch, aber er arbeitet kontinuierlich, auch die Pausen durch, und mannlos bis in eine dritte Schicht hinein“, sagt Witthus. Auch für die Materialzu- und abführung hat Sykatec vorgesorgt, sodass der Roboter nach seinen Schätzungen 2 bis 3 h lang ohne Aufsicht arbeiten kann. Nach dem Biegen und Ablegen prüft ein Bediener die Teile mit einer Lehre und verpackt sie.

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„Im vergangenen Jahr haben wir über 60 unterschiedliche Teile auf dem Roboter produziert“, erläutert Jordan. Neben der Präzision wird bei Sykatec auch auf die Ergonomie geachtet. „Teile, die groß, schwer oder schlecht zu halten sind, geben wir auf den Roboter“, sagt der Meister. „Das manuelle Biegen bedeutet schon eine große physische Belastung für den Mitarbeiter, weil man jedes Teil aufnehmen und wieder ablegen muss“, ergänzt Witthus.

Durch Einsatz des Roboters verändert sich die Arbeitsanforderung an den Bediener von der körperlich belastenden zu einer überwachenden und korrigierenden Tätigkeit. Durch den zuverlässigen Betrieb des Biegeroboters sind neben den hauptzeitparallelen Rüstarbeiten auch weitere Nebentätigkeiten möglich. „Die Bediener für den Biegeroboter haben vorher alle an einer Abkantpresse gearbeitet. Das Grundverständnis für das Biegen muss da sein“, betont Jordan. „Um einen neuen Kollegen für das Biegen einzuarbeiten, müssen wir schon ein halbes Jahr rechnen, bis er unser Teilespektrum beherrscht“, sagt der Meister. Grundlage für das Arbeiten mit dem Biegeroboter ist zunächst der einwöchige Bedienerlehrgang bei der Firma Trumpf in Ditzingen. Hier nimmt neben den Maschinenbedienern auch der NC-Programmierer teil. Zusätzlich absolviert dieser allerdings noch einen dreiwöchigen Programmierlehrgang. Bewährt hat sich auch die zweiwöchige geschulte Bedienung vor Ort durch einen Anwendungstechniker des Herstellers.

Erfahrener Umformtechniker ist auch für die Biegezelle unabdingbar

Bei der Programmerstellung für die Biegezelle werden die Biegereihenfolge, die Werkzeuge und die technischen Parameter grundlegend definiert. Oft sind es nur Details wie das Verhalten der unterschiedlichen Werkstoffe, die der Mitarbeiter in der Feinabstimmung berücksichtigen muss. „Es steht zwar vieles im Programm für den Roboter, aber es gibt Feinheiten, die der Mitarbeiter erkennen muss“, sagt auch Witthus. Er sieht das Biegen mit Robotern als eine hoch qualifizierte Arbeit, für die nur die besten Mitarbeiter eingesetzt werden können. So wird der Roboter auch von den Mitarbeitern als gute Ergänzung zur manuellen Maschinenbedienung gesehen. MM

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