Beim Stahlbau scheidet die konventionelle Rohrleitungsmontage mit Dübeln meistens aus. Alternativ bieten dafür Klemmbefestigungen in Kombination mit Montageschienen Möglichkeiten zur Erstellung von Befestigungspunkten an Stahlträgern für einen sicheren Halt von Rohrleitungen ohne Bohren oder Schweißen.
Wenn nicht gebohrt oder geschweißt werden darf, bieten Klemmbefestigungen für Montageschienen wie der Spannschuh für das Montagesystem Centum von Mefa einen Ausweg.
(Bild: Mefa)
Gewerbliche Hallenbauten sollen möglichst viel Freiraum für Verkehrsflächen und die Aufstellung von Maschinen bieten. Die Bauweise mit Stahlträgern bietet hier Vorteile, denn sie ermöglicht große Spannweiten zwischen Stützträgern und Hallenwänden. Allerdings sind aus Gründen der Statik im Regelfall Montagearbeiten, die Bohren oder Schweißen an den Stahlträgerkonstruktionen beinhalten, unzulässig. Für Rohrleitungsinstallationen stehen für solche Fälle Systeme zur Verfügung, die vor allem mit Klemmbefestigungen in allen erdenklichen Situationen eine sichere Montage ermöglichen.
Der für die Gebäudestatik verantwortliche Fachmann hat dabei zu prüfen, welche zusätzlichen Lasten an die statisch relevanten Stahlträger angehängt werden dürfen. In die Lastermittlung fließen Rohrgewichte, die zu transportierenden Medien, die Dämmung und das Befestigungsmaterial selbst ein.
Klemmen statt dübeln und schrauben
Das Grundprinzip für Rohrbefestigungen an Stahlträgern sind stets Klemmverbindungen am Trägerprofil. Eine Möglichkeit für die Trägeranbindung von Montageschienen bieten Spannbügel aus U-förmig gebogenen Rundstahl mit Gewinde und einer abgewinkelten Spannklaue. Nach dem Einschieben der Montageschiene in die Spannbügel wird die Spannklaue mit der Schraubenmutter angezogen. Pro Trägeranschluss werden diese Klemmbefestigungen generell paarweise gegenüber am Trägerflansch angeordnet. Die beidseitige Anbindung verhindert, dass sich die Klemmbefestigung durch Vibrationen oder thermisch bedingte Bewegungen löst. Neben den beschriebenen Spannbügeln gibt es weiterer konstruktive Lösungen mit Klammern, Krallen und Klauen, wie sie das Übersichtsbild mit den Konstruktionsprinzipien darstellt.
Die gebräuchlichste und zugleich flexibelste Anbindung von Rohrleitungen erfolgt mit Montageschienen, die unterhalb von Stahlträgern montiert werden. Hierbei können die Schienen entweder nur über die Breite des Trägers verlaufen oder auch ein Stück weit auskragen, wobei dann der Hebelarm und die damit eingehenden Drehmomente zu berücksichtigen sind. In den meisten Fällen werden die Montageschienen quer von Stahlträger zu Stahlträger befestigt oder sie können über mehrere Träger im Sinne eines Durchlaufträgers befestigt werden. Diese Befestigungslösung bietet den Vorteil, dass die Montage der Rohrleitung nicht unmittelbar an die Verlaufslinie der Hallenträger gebunden ist.
Eine einzelne Gewindestange zur Rohrabhängung kann auch mittels Trägerklammern befestigt werden. Hierfür gelten jedoch bestimmte Anforderungen. So sind die meisten Trägerklammern nur für Stahlträger mit nicht geneigten Flanschen geeignet. Trägerklammern dürfen nur durch vertikalen Zug belastet werden. Sie werden auch für Sprinkleranlagen eingesetzt, nach den Vorschriften des VdS ist hierfür zusätzlich eine Sicherungslasche vorzusehen.
Rohrtrassen mit mehreren Rohrleitungen
Zu den Standard-Montagesituationen gehört die Rohrtrasse mit einer gewissen Anzahl von Rohrleitungen, die einschließlich Rohrdämmungen eine Gesamtbreite bis etwa 1 m einnehmen. An der Trägerunterseite lassen sich Montageschienen mit entsprechenden Vorrichtungen anklemmen, so dass die weitere Rohrleitungsmontage mit den gewohnten Zubehörteilen erfolgen kann.
Fehlt es in Hallenbauten für die Verlegung von Rohrtrassen an der nötigen Breite, um alle Rohrleitungen nebeneinander anzuordnen, bietet sich die Ausnutzung der verfügbaren Höhe an. Mit Montageschienen lassen sich mehrgeschossige Schienenrahmen, aufbauen, die auf zwei oder mehr Ebenen jeweils eine bestimmte Zahl von Leitungen aufnehmen.
Überbrückung von großen Spannweiten
Um eine Spannweite von beispielsweise sechs Metern zwischen zwei Trägern zu überbrücken, sollten C-Profil-Schienen mit einer größeren Konstruktionshöhe eingesetzt werden. Hierfür stehen auch Doppelschienen zur Verfügung. Eine Montageschiene C-Profil 45/60/3,0 (Breite/Höhe/Materialstärke), wie sie der Spezialist für Befestigungs- und Montagesysteme Mefa aus Kupferzell anbietet, kann bei 6 m Spannweite mit nur 0,12 kN in der Schienenmitte belastet werden, die Doppelschiene 45/120/3,0 erlaubt schon eine zulässige Belastung von 1,38 kN. Schwerlastprofile wie das Profil Centum XL 200 des gleichen Herstellers mit einer Höhe von 200 mm, einer Breite von 100 mm und einer Wandstärke von 5 mm sind im gleichen Anwendungsfall mit 14,35 kN belastbar.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Eine weitere Variante ist das Auflegen von Schienen zwischen Trägern auf die Flansche. Diese Befestigungsvariante setzt einen geraden (nicht geneigten) Trägerflansch voraus. Hierbei liegen die Enden der Schiene auf dem unteren Trägerflansch auf und werden mit einem einfachen Spannbügel gesichert – diese Anwendung bietet neben der komfortablen Einlegemontage auch sehr große Auflagerkräfte, die Schienen müssen jedoch genau auf Maß geschnitten werden.
Montage an senkrechten Trägerprofilen
Wird in einer 18 m hohen Halle die Medienversorgung in 4 m Höhe benötigt, stehen zur Befestigung der Leitungstrassen möglicherweise nur senkrechte Trägerstützen zur Verfügung. Bei dieser Montagesituation besteht bei Befestigungen von Montageschienen mit Spannbügeln oder Halteklauen schon bei kleineren vertikalen Kräften die Gefahr des Abrutschens. Für diese Situation sind spezielle Problemlöser wie zum Beispiel die „Trägeranbindung IB vertikal“ des Befestigungsspezialisten aus Kupferzell verfügbar: Dieses System besteht aus zwei Haltekrallen mit V-förmigem Einschnitt, die über einen Gewindestab verbunden sind. Durch die V-Form verkeilen sich die Krallen beim Anziehen des Gewindestabes in die Trägerflansche. Unter Einhaltung der Anzugsmomente erlaubt dies Belastungen bis 4 kN in vertikaler Richtung.
Je nach Nutzung von Hallengebäuden ist ein möglichst engmaschiges Deckenraster zur Befestigung von Rohrleitungen erwünscht. Ein Beispiel sind Produktionshallen, in denen häufiger die Standorte von Maschinen und Ausrüstungsgegenständen wechseln. Mit einem Deckenraster lassen sich Medien- und Anschlussleitungen schnell und flexibel an veränderte Situationen anpassen.
Zur Überbrückung großer Spannweiten gibt es für Montageschienen Elemente zur Verlängerung in axialer Richtung. Diese sollten im Bereich kleiner Biegemomente angeordnet werden – zum Beispiel in der Nähe einer Trägeranbindung oder an einer Stelle mit geringer Last. Als unterstützende Maßnahme können auch Zugstabsysteme oder zusätzliche Streben angebracht werden.
Festpunkte für die Längenausdehnung
Rohrleitungen verlaufen in Hallenbauten häufig über lange Strecken. Bei wechselnden Temperaturen der Medien entstehen dabei Längenausdehnungen. Um diese kontrolliert zu steuern und deren Richtung vorzugeben sind Festpunkte erforderlich. Für eine sinnvolle Platzierung der Festpunkte muss der komplette Rohrleitungsverlauf bekannt sein. Festpunkte können auch bei Druckschlägen oder starken Vibrationen, welche durch Ventile, Klappen oder Pumpen erzeugt werden, notwendig sein.
Auch für Festpunkte an Stahlträgern bietet Mefa projektspezifische Sonderlösungen an, die gegebenenfalls durch die hauseigenen Anwendungstechniker und die Produktion in Zusammenarbeit mit den ausführenden Unternehmen geplant und gebaut werden können.