Wer schweißt, der schleift. Schleifmittel reinigen die zu schweißende Stelle, übernehmen das Anfasen und ebnen die Naht ein. Dabei sind die Anforderungen an das Werkzeug enorm: hohe Stückzahlen in gleichbleibend hoher Qualität fertigen, viel Material abtragen und die Eigenschaften des Werkstoffs berücksichtigen.
Eine technisch hochwertige Schweißnaht entsteht erst im perfekten Zusammenspiel zwischen Vorbereitung, Schweißvorgang und abschließender Bearbeitung.
(Bild: VSM)
Anlauffarben bedeuten, dass Bauteile nachbearbeitet oder neu angefertigt werden müssen. Ob erneuter Arbeitsaufwand oder Materialausschuss, beide Fälle sind Kostentreiber. Die Auswahl des richtigen Schleifmittels kann bereits die Entstehung von Verfärbungen verhindern. Schleifaktive Zusatzstoffe in der Deckbindung reduzieren die Temperatur in der Bearbeitungszone, so dass Anlauffarben erst gar nicht entstehen. Schwer zerspanbare Werkstoffe wie Inconel oder Titanlegierungen stellen besondere Anforderungen an das Schleifmittel: Schleifkörner mit sehr hoher Härte und gleichzeitig hoher Zähigkeit sind nötig, um in das Material einzudringen und nicht undefiniert zu zerbrechen. Keramikkorn vereint beide Eigenschaften.
Härte und Zähigkeit
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Warum sind Härte und Zähigkeit bei Schleifkörnern wichtig?
Ein Schleifkorn muss härter sein als der zu bearbeitende Werkstoff, denn nur so kann es in das Material eindringen. Die Zähigkeit ist nötig, um dem Schleifkorn die nötige Widerstandsfähigkeit zu verleihen. Ist es nicht zäh genug, würde es durch die enorme Belastung beim Auftreffen auf das Werkstück zerbrechen.
Schleifmittel als Kostensenker im Betrieb
Neben den technischen Anforderungen an die Bearbeitungsprozesse stehen gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit für die eingesetzten Werkzeuge und Betriebsmittel im Fokus. Dazu gehören, neben den Personalkosten, vor allem Beschaffungs- und Lagerhaltungskosten, Aufwendungen für Energie, Wartung und Neuanschaffung von Maschinen und Stillstandzeiten. Leistungsstarke Schleifmittel mit langer Lebensdauer sind Kostensenker für die Beschaffung und die Lagerhaltung.
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Insbesondere am Faktor Zeit können Schleifmittel drehen: Je schneller die zu schweißende Stelle angefast und die Naht eingeebnet wurde, desto mehr Werkstücke können pro Schicht bearbeitet werden. Und je aggressiver das Schleifmittel ist, desto höher ist der Materialabtrag.
Keramisches Schleifkorn etfaltet bei diesen Anwendungen sein ganzes Potenzial: es trägt mehr Material ab als herkömmliche Produkte und ist dadurch besonders effizient. Geometrisch geformtes Keramikkorn Actirox von VSM bildet dabei die höchste Leistungsstufe. Das Dreiecks-Korn baut sich sehr gleichmäßig definiert ab und produziert dabei kontinuierlich neue scharfe Schneidkanten. Gleichzeitig ist die Anfangsaggressivität außergewöhnlich hoch. Die volle Leistungsfähigkeit steht dadurch von der ersten Sekunde des Einsatzes an zur Verfügung. Das Schleifwerkzeug erzielt einen höheren Materialabtrag, arbeitet schneller und steigert dadurch die Produktivität.
Durch die hohe Aggressivität der Actirox Bänder erreicht der Anwender höchste Abtragsleistung. Dies wirkt sich positiv auf die Maschine aus – verringerter Energiebedarf, längere Einsatzzeiten und reduzierte Kosten für Reparaturen. Auch der Maschinenbediener profitiert: er muss weniger Kraft aufwenden. Zudem werden die Vibrationen an der Maschine ebenso reduziert wie der Geräuschpegel. Die Mitarbeiter werden entlastet und Ausfallzeiten minimiert.
Je Schweißnaht 50 % Arbeitszeit gespart
Actirox-Schleifmittel sind als Bänder und Scheiben in vielen verschiedenen Abmessungen erhältlich und passen somit auch auf bestehende Maschinen. Schweißnähte beispielweise an kleinen Gehäusebauteilen können entsprechend den etablierten Abläufen im Betrieb weiterhin am Backstand entfernt werden.
Werden die Actirox-Fiberscheiben AF799 und AF890 um passende Stützteller ergänzt, verbessert sich die Leistung nochmals. Denn: die Ausführung des Tellers beeinflusst das Schleifergebnis. So erlauben mittelharte Stützteller eine Anpassung der Fiberscheibe an Konturen, und mit zunehmender Härte steigt die Aggressivität und damit die Abtragsleistung der Scheibe.
Die VSM AG testet alle Produkte praxisnah im eigenen Kompetenzzentrum am Stammsitz in Hannover und tauscht sich eng mit Partnern aus Industrie und Handwerk aus. Für die Entfernung einer Schweißnaht von 200 mm Länge auf Edelstahl 1.4301 benötigte die Fiberscheibe AF890 genau 2 Minuten. Die bisher eingesetzte Keramikkorn-Fiberscheibe 4,5 Minuten. Pro Schweißnaht werden also 55 Prozent Arbeitszeit eingespart. Gegenüber den im Markt üblichen Fächerschleifscheiben – beliebt aufgrund der Kornreserve in den sich überlappenden Lamellen – heben sich die Fiberscheiben von VSM ebenfalls deutlich ab. Im direkten Vergleich beim Einebnen von Schweißnähten übertraf die Lebensdauer von AF890 die der Fächerscheibe um mehr als 30 Prozent.
Das Schleifband AK890Y wurde mit schwer zerspanbaren Werkstoffen getestet. Bei Titanlegierungen erreichte es Mehrleistungen von über 15 Prozent, bei Chrom-Vanadium-Stahl sogar über 20 Prozent.
Das richtige Schleifmittel für höhere Produktivität
Schleifmittel sind bei der Vorbereitung und Nachbearbeitung von Schweißnähten unverzichtbar. Sie erzielen nicht nur die gewünschten technischen Ergebnisse, sie sind gleichzeitig ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Faktor zur Produktivitätssteigerung und gleichzeitigen Kostensenkung. Die Auswahl des richtigen Schleifwerkzeuges ist dafür entscheidend.
Stand: 08.12.2025
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