Automatisierte Schweisszelle

Schweißroboter mit Köpfchen

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Automatisches Vermessen und Brennerhöhenkompensation

Ein weiteres Feature stellt das sehr einfach zu bedienende automatische Vermessen dar. Mittels eines Touch-Sensors am Brennerkopf können geometrische Positionen am Bauteil verifiziert und simultan mit dem Programm abgeglichen werden. Bei der Verschiebung einer Position wird das Programm automatisch in Echtzeit angepasst (kleines Beispiel: Die Entfernung eines Supports zu einer Teilekante beträgt gemßs Programm 92 mm. Real, also nach dem Fügeprozess, werden jedoch 95 mm gemessen.). Das ist zwingend erforderlich, wenn sich nach vorhergehenden Schweißvorgängen beispielsweise auch ein Blech verzogen hat.

Die automatische Brennerhöhenkompensation ermöglicht sogar den Verzug, der während dem Schweißen entsteht, auszugleichen. Bei Robotern, die mit einer fremden Schweißausrüstung ausgestattet sind, stellen sich solche Gegebenheiten in der Praxis oft komplizierter dar. Das bestätigt E. Keller: „Das sehen wir als klaren Vorteil von Panasonic. Da bei Panasonic (wie auch der MTP AG) alles aus einem Haus kommt, bringt das System keine Komplikationen in puncto Kommunikation zwischen Roboter und Schweissausrüstung mit sich.“

Schneller und sicherer

Dank dem vollzogenen Automatisierungsschritt können die Ostschweizer Blechspezialisten die Produktionskosten einer exemplarischen Schweißkonstruktion um mindestens zwei Drittel reduzieren. Zwar ist der Initialaufwand wie etwa die Herstellung von Lehren oder das Rüsten nun ein bisschen aufwendiger, doch im Endeffekt geht die Rechnung auf: Der Fügeprozess dieser Beispielkonstruktion hatte früher 1,5 bis 2 Stunden betragen, jetzt sind es nur noch 30 Minuten. Hinzu kommt die extreme Zeitersparnis durch die Offline-Programmierung. Ab dem CAD-System werden die 3D-Daten direkt in die Panasonic-Software importiert, die darauf das Programm automatisch erstellt und dem Bediener sämtliche Bearbeitungsvorgänge vorschlägt.

Hinzu kommt die eindeutig höhere Prozesssicherheit: „Man kann noch so gute Schweißer im Einsatz haben, der menschliche Faktor ist nicht zu eliminieren. Ein Schweißroboter hat praktisch keine Aussetzer», sagt E. Keller. Darauf ergänzt Ph. Novak: „Die spritzerarme Schweisstechnik von Panasonic erübrigt einen Grossteil der Nachbearbeitungsprozesse.“

Schlüsselfertige Anlagen inklusive Service

Aufgrund ihrer schlanken Firmenstruktur ist die MTP AG in der Lage, innert nützlicher und vereinbarter Frist die bestmögliche Anlagenauslegung zu entwerfen, iterativ zu optimieren und gegebenenfalls zu erweitern. Für sämtliche Prozesse wie Engineering, Verkauf, Lieferung, Aufbau, Inbetriebnahme inklusive Erstteilsupport, Schulung und Service (erfolgt alle 2 Jahre) ist bei MTP eine Ansprechperson zuständig. Nicht nur E. Keller, sondern auch Ph. Novak sieht darin einen großen Vorteil: „Da wir nur ein Produkt vertreiben, kennen wir dieses dafür bis in das letzte Detail und sind zudem schnell und zuverlässig. Das wissen unsere Kunden zu schätzen.“ Bei Servicefällen zahlt sich dies ebenso aus. Die Roboterspezialisten der MTP AG können aus Erfahrung nur schon 95 Prozent der Probleme via Telefon beheben. „Unsere kleine Firmengröße bietet unseren Kunden eine intensivere Betreuung“, fasst Ph. Novak zusammen.

Ins kalte Wasser geworfen

Auch die Schulung kann dadurch in einem persönlicheren Rahmen durchgeführt werden: Die Bediener mussten nicht an eine externe Veranstaltung, sondern konnten in der eigenen Halle auf der eigenen Anlage im Learning-by-Doing-Verfahren direkt eingeschult werden. Die Schweissspezialisten der Ed. Keller AG wurden ins kalte Wasser geworfen und lernten während einer Woche – bei aktuellen Aufträgen – die neue Anlage zu bedienen. Edwin Keller junior ist nicht nur von der Inbetriebnahme begeistert: „MTP hatte alle Versprechungen eingehalten. Sämtliche Features der Anlage wurden umgesetzt und termingerecht ausgeführt.“

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