Biegen

Schwenkbiegen ist schnell

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Das Multibend-Center biegt jeden gewünschten Schenkel auf den programmierten Biegewinkel. Produktionsleiter Uwe Berndsen hebt hervor: „Wir haben uns der Schwenkbiegetechnik verschrieben.“ Beim RAS-Biegezentrum bleiben die Werkstücke immer in der Ebene liegen. Die Biegewange schwenkt beim Biegen nach oben oder unten, ohne dass das Teil bei einem Biegerichtungswechsel gewendet werden müsste. „Würden wir die großformatigen Bleche für unsere Lackierkabinen, Lüftungsanlagen und Filterelemente auf Gesenkbiegepressen kanten, bräuchten wir trotz Biegehilfen zwei Bediener und vermutlich die fünffache Zeit“, sagt Berndsen. Firmenchef Rippert ergänzt: „Obwohl ich den Biegeablauf schon hundertfach gesehen habe, bin ich immer wieder begeistert, mit welcher Leichtigkeit und Zuverlässigkeit diese komplexe Maschine arbeitet.“

Schwenkbiegezentrum punktet mit Schnelligkeit

Fragt man die Führungsriege bei Rippert nach den Haupteffekten, die sie mit dem RAS-Biegezentrum erzielt hat, fallen sofort die Begriffe Geschwindigkeit und Genauigkeit. Tiefer nachgebohrt, entpuppt sich die Geschwindigkeit jedoch nicht nur als die kurze Zykluszeit. Sie liegt bei einem Biegeteil von 3000 mm Länge und 2 mm Blechdicke mit acht teils gegenläufigen Biegungen zwar auch nur bei 45 s. Daher kann ein Bediener auf der Entladeseite schon nach dieser kurzen Zeit das Fertigteil entgegennehmen und abstapeln. Doch Rippert erzählt: „Bei uns ist Geschwindigkeit auch in Bezug auf den Fertigungsdurchlauf entscheidend.“

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Bei der Größe der Bauteile und der kundenspezifischen Vielfalt kann Rippert keinesfalls auf Vorrat produzieren. Was gebogen ist, gelangt umgehend in die Montage. Dort werden die meist nur verzinkten Bleche zusammengeschraubt.

Doch genau hier zeigt sich die Genauigkeit der Biegeteile. Ohne die Wiederholgenauigkeit des Biegezentrums wäre ein reines Verschrauben der Biegeteile mit konstanten Spaltmaßen gar nicht denkbar. Damit die Schraubenköpfe flächenbündig im Biegeteil verschwinden, sind im Blech umlaufend angeordnete Senkungen angebracht, die nur wenige Millimeter von der Biegekante entfernt liegen. Berndsen lobt: „Hier hat RAS wirklich tolle Projektarbeit geleistet und ein exakt für unsere Anwendung zugeschnittenes Werkzeug entwickelt.“

Auch die Oberflächengüte stimmt beim Schwenkbiegen

Neben der Passgenauigkeit ist für Rippert auch die Oberflächengüte der Biegeteile von großer Bedeutung. Der Kunde erwartet Qualität und da ist es selbstredend, dass ein auf Oberflächentechnik spezialisiertes Unternehmen besondere Maßstäbe setzen muss. Das Multibend-Center mit seinen Kunststoff-Kugelrollen in der Tischfläche und dem patentierten kratzfreien Biegeverfahren war daher für Rippert die erste Wahl.

Die kleinen Fertigungslose bedingen einen häufigen Auftragswechsel. Nachdem der Bediener den Folgeauftrag der Jobliste hinzugefügt hat, startet der Werkzeugwechsler und setzt die Werkzeugsegmente exakt auf Position. Der Wechselvorgang läuft zeitgleich zum Vermessen und Zuführen der Platine ab und dauert nur etwa 20 s.

Mit dieser Rüstflexibilität kann Rippert auch kleine Fertigungslose bis hin zur Stückzahl eins wirtschaftlich produzieren. „Genau diese Flexibilität erwarten wir von einem Biegezentrum. Denn wenn auch nur ein einziges Teil in der Montage fehlt, wird es mit der Liefertreue problematisch“, sagt Rippert. Genau hier liegt jedoch eine wesentliche Stärke des Mittelständlers, den auch bei engen Terminen und hoher Teilevielfalt nichts so leicht zum Schwitzen bringt.

* Willy Stahl ist Geschäftsführer der RAS Reinhardt Maschinenbau GmbH in 71065 Sindelfingen

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