Zwei Monate lang lähmten die Lockdowns in China den wirtschaftlichen Gang der Welt. Nun dürfen die Leute wieder auf die Straße. Dringend benötigte Rohstoffe und Güter können geliefert werden.
Kommt das Ende der Materialengpässe? Blick auf den Hafen von Shanghai. Hier wird es demnächst wieder voll zur Sache gehen können, denn der Lockdown ist weitgehend aufgehoben, wie Chinas Regierung gestern informierte. Hier ein kleiner Lagebericht.
(Bild: Wu kung ze)
Das Ende der Null-Covid-Strategie in China ist weitgehend da! Nach zwei Monaten hat die ostchinesische Hafenstadt Shanghai ihren kontroversen, teils chaotischen Lockdown weitgehend aufgehoben. Die meisten der 26 Millionen Einwohner durften ihre Wohnungen am gestern endlich wieder verlassen. Geschäfte machten wieder auf. Und auch der öffentliche und private Verkehr fließt mit Einschränkungen. Ausgenommen seien nur noch Nachbarschaften, die wegen Infektionen als Risikogebiete abgeriegelt sind. Rund 200.000 Menschen sind deshalb noch weiter in Quarantäne.
Die chinesische Regierung hat viele enttäuscht
Der Lockdown in dem Wirtschafts- und Finanzzentrum der zweitgrößten Volkswirtschaft war Ende März zunächst für fünf Tage über die Pudong-Seite östlich des Huangpu-Flusses verhängt worden. Doch wurden die Beschränkungen wegen der steigenden Infektionszahlen (zum Höhepunkt im April rund 27.000 Neuinfektionen an einem Tag) ausgedehnt und dauerten bis gestern. Wegen unzureichender Lieferungen von Lebensmitteln, schlechter medizinischer Versorgung und teils chaotischer Verhältnisse hatte es heftige Kritik gegeben. Die Regierung sollte die Lehren daraus ziehen und künftige Maßnahmen verbessern, fordern viele der Betroffenen.
Shanghai und Jiangsu wollen Mitte Juni wieder durchstarten
Die Lockdowns und Quarantäne-Maßnahmen in vielen Metropolen und Regionen haben Chinas Wirtschaft stark abgebremst und globale Lieferketten unterbrochen, was auch in Deutschland zu argen Engpässen in Sachen Rohstofflieferungen und Versorgung mit Bauteilen und Komponenten geführt hat. Die Shanghaier Regierung verspricht, auf eine komplette Erholung hinarbeiten zu wollen und sich zu bemühen, die Zeit und Verluste durch die Epidemie wieder gut zu machen. Viele Unternehmen in Shanghai und der Nachbarprovinz Jiangsu wollen bis Mitte Juni die Produktion wieder voll hochfahren.
Trotz der Lockerungen wollten die Autobauer Volkswagen und Tesla ihre Arbeiter bis Ende nächster Woche weiter quasi in geschlossenen Kreisläufen arbeiten lassen, wie informierte Kreise wissen wollen. Das heißt, die Arbeiter wohnen auf dem Gelände ohne Kontakt zur Außenwelt, womit Risiken verringert und eine stabile Produktion gesichert werden sollen.
So läuft es jetzt coronamäßig in Shanghai und Peking
Regelmäßige Corona-Tests werden außerdem Alltag bleiben. Auch Abstandsregeln wird es noch geben. Kindergärten, Grund- und Mittelschulen bleiben in Shanghai übrigens geschlossen. Geschäfte müssen die Zahl der Kunden auf 75 Prozent der maximalen Kapazität beschränken. Vor der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder auch beim Zutritt zu Geschäften oder Einkaufszentren in der Hafenstadt muss mit einem Code auf dem Handy ein negativer Test innerhalb von 72 Stunden nachgewiesen werden.
Ähnliche Regeln gelten auch in Peking, wo meist ein negativer Test in den vergangenen 48 Stunden vorliegen muss. Die 21 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt, die eher einen soften Lockdown verfolgt hatte, hob im größten Stadtteil Chaoyang sowie in Daxing die Homeoffice-Pflicht auf und erlaubte zunächst Geschäften, wieder zu öffnen. Restaurants blieben geschlossen. Im schwer betroffenen Stadtbezirk Fengtai gelten weiter strikte Beschränkungen. Am 31. Mai wurden in Peking aber 14 neue Corona-Fälle registriert.
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