Metall verarbeitende Industrie

Sichere Interaktion von Mensch und Roboter

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Anlaufsperre macht Zusammenarbeit mit dem Roboter sicher

Comau bietet eine Anlaufsperre für externe Achsen, ohne die Antriebsstromversorgung des Roboters abzuschalten. Damit ist ein Stillstand nach Kategorie 1 der EN 60204-1 möglich. Alle sechs Achsen können so in einen sicheren Zustand versetzt werden. Thomas Samarzija sagt: „Unter dieser Voraussetzung ist es möglich, dass der Bediener sicher mit dem Roboter direkt zusammenarbeiten kann.“

Bei ABB Robotics sind mit dem elektronischen Positionsschalter und Safe-Move zwei Produkte auf dem Markt, die einen Roboter sicher machen. Eine Besonderheit beschreibt Kevin Behnisch: „Einzigartig am Markt ist die Orientierungsüberwachung. Sie ermöglicht bei Prozessen wie Laserschweißen/-schneiden oder Wasserstrahlschneiden eine sichere Begrenzung der Orientierung und reduziert somit mögliche Gefährdungen.“

Sicheres Auge bildet Schutzraum dreidimensional ab

Pilz stellt keine Roboter her, hat aber einen Sicherheitssensor im Programm, der eine Robotersteuerung sicher macht. Renate Pilz beschreibt das Produkt ihrer Firma so: „Mit Safety-Eye hat Pilz den weltweit ersten Sicherheitssensor auf den Markt gebracht, der auf dem Prinzip der kamerabasierten Stereo-Bildverarbeitung basiert.

Analog zum menschlichen Sehen erzeugt die Überlagerung mehrerer Bilder, aufgenommen aus unterschiedlichen Perspektiven, eine räumliche Wahrnehmung. Damit lässt sich der zu überwachende Schutzraum dreidimensional abbilden.“

In Kombination mit der hauseigenen Sicherheitssteuerung und dem Sicherheitsbus kann beim Eintreten eines Menschen in einen Schutzraum nicht nur ein Warnsignal ertönen, sondern auch die Anlage entsprechend gesteuert werden, zum Beispiel durch Reduktion der Geschwindigkeit oder gegebenenfalls mit einem Not-Stopp. Renate Pilz: „Mit Safety-Eye wird eine lückenlose Überwachung des Gefahrenbereichs flexibel, sicher und einfach realisierbar.“

Gemeinsame Forschung für mehr Sicherheit

Die meisten großen Roboterhersteller forschen gemeinsam, um Interaktionen von Mensch und Maschine zukünftig sicher zu machen. Am Projekt SME-Robot des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) sind unter anderem ABB, Reis, Comau, Kuka und Güdel beteiligt.

Martin Hägele, Abteilungsleiter Robotersysteme des Fraunhofer-IPA, sagt: „Das Ziel von SME-Robot ist die Schaffung einer neuen Generation von Robotern, die unter anderem ihren Arbeitsplatz mit menschlichen Kollegen teilen können.“ Das von der EU bis 2009 mitfinanzierte Projekt hat drei Ziele:

  • Der neue Roboter soll leicht erlernbare, „intuitive“ Befehle verstehen, sodass ihn auch Computer-Laien einweisen können,
  • er soll alle Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen, damit er den Arbeitsplatz mit menschlichen Kollegen teilen kann,
  • und er soll binnen drei Tagen installiert und in Betrieb genommen werden können.

(ID:242281)