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Bei Laborgeräten kommen oft Edelmetallbleche in Form von Platintiegeln und Abgießschalen zum Einsatz. Platin hat durch seine Eigenschaften im Grunde eine Art eingebauten Schutz gegen Zerstörung durch andere Materialien. Aber es gibt die so genannten Platingifte. Diese führen zu unschönen Begleiterscheinungen im alltäglichen Laboreinsatz. Somit hat auch Platin seine Feinde. Diese können in Form der erwähnten Platingifte bei analytischen Labor-Untersuchungen in den (scheinbar unzerstörbaren) Platintiegel gelangen und diesen zerstören.
Materialwissen entscheidend
Die Mitarbeiter eines Labors führen täglich hunderte Probenaufschlüsse durch. Oft müssen die Spezialisten dafür reproduzierbare Messreihen erstellen. Die lassen sich zum Beispiel automatisiert mit der Röntgen-Fluoreszenz-Analyse (RFA) durchführen. Um die Aufschluss-Materialien während und nach dem Schmelzprozess sicher zu handhaben, kommen von Heraeus unter anderem Abgießschalen und Tiegel aus Platinblech zum Einsatz. Die Geräte müssen für die Automatisierung maschinengerecht geformt sein, und die dazugehörigen Abgießschalen benötigen eine absolut glatte sowie plane Oberfläche. Der Automatisierungsprozess sorgt für gleiche Materialmengen und Zusammensetzungen der Messproben. Und die perfekte Oberfläche der Abgießschalen sorgt dafür, dass bei der RFA keine Messunsicherheiten aufgrund abgelenkter Röntgenstrahlen auftreten.
Das tiefe Hintergrundwissen ums Edelmetall befähigt die Spezialisten von Heraeus für jeden Anwendungsfall die richtige Lösung zu finden. Sie kennen nahezu alle Spezialfälle und Besonderheiten beim Umgang mit Laborgeräten aus Platinblech. So geht ein Platintiegel in den seltensten Fällen „auf einmal“ kaputt. Oft ist es ein schleichender Prozess der in einem Riss oder ähnlichen endet. Diesen Prozess bilden die Spezialisten von Heraeus im Nachhinein nach und finden so den eigentlichen Verursacher, der den Platintiegel zerstört hat. Hat zum Beispiel ein Platingift einen Haarriss verursacht, vergrößert sich dieser im Laufe der Anwendungen und zerstört erst später den Tiegel vollständig.
Die Chemie hinter der Schädigung
Die hohe Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit von Platin vermittelt den Eindruck, das Edelmetall sei unzerstörbar. In Wahrheit gibt es aber eine Reihe von so genannten Platingiften, die das Material schädigen. Viele dieser Gifte tauchen im Laboralltag auf, z. B. Schwefel oder Phosphor. Andere wie Antimon oder Blei liegen zunächst in unschädlicher Oxidform vor. Treten aber reduzierende Bedingungen auf, wird das Oxid in seine ursprünglichen Bestandteile reduziert und elementares Arsen oder Blei entfalten ihre zerstörerische Wirkung auf das Platin. Die Wirkungsweise dieser Platingifte folgt einem einfachen Muster: erst bildet sich punktuell ein niedrigschmelzendes Eutektikum, das den Schmelzpunkt des Edelmetalls an dieser Stelle dramatisch reduziert (Schmelzpunkt von Platin 1.769 °C; Schmelzpunkt Platin/Arsen-Eutektikum 597 °C). Beim nächsten Überschreiten dieser Temperatur kommt es zu Aufschmelzungen, einem Riss oder Loch, der Tiegel ist zerstört. Da die Kontamination mit einem Platingift und der eigentliche Ausfall aufgrund der beschriebenen Wechselwirkung nicht zusammen auftreten und die Anzahl der Platingifte doch erheblich ist, helfen die Experten von Heraeus mit ihrem langjährigen Know-how den Verursacher zu finden.
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