Wer sich eine Smart Factory aufbauen will, der krempelt dabei alle Unternehmensbereiche um. Damit das nicht zum Kuddelmuddel wird, haben sich Forscher einige Tipps überlegt.
Die Einführung von Industrie 4.0 will durchdacht sein, empfehlen Experten. Deshalb wurde ein Leitfaden entwickelt, gespickt mit Tipps, die die gröbsten Fehler vermeiden helfen. Das Unternehmen MIT nutzt ihn bereits, um seine Lager-Workflows zu digitalisieren. Hier Details.
(Bild: MIT Moderne Industrietechnik)
Fahrerlose Transporter sorgen im Rahmen der Industrie 4.0 für effiziente Lagerlogistik. Aber stören sie nicht die Laufwege der Mitarbeiter? Und welche Auswirkungen haben digitale Prozesse auf Arbeitskultur und Mitarbeiterzufriedenheit? Um Fragen wie diese zu beantworten, können Unternehmen ab sofort auf praxiserprobte Methoden zur Risikobewältigung bei der Einführung von Industrie 4.0 zurückgreifen. Denn für Unternehmen ist es wichtig, mögliche Risiken bei der Umsetzung von Industrie 4.0 frühzeitig zu erkennen, um sie mit passenden Maßnahmen zu eliminieren.
Das passende Handwerkszeug ist jetzt praxistauglich
Die richtigen Methoden für das Risikomanagement der digitalen Transformation liegen nun im Forschungsprojekt Sorisma (Soziotechnisches Risikomanagement bei der Einführung von Industrie 4.0) vor, wie die beteiligten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Entwurfstechnik und Mechatronik IEM jetzt verkünden können. Besonders für KMU und dabei für produzierende Betriebe ist der Leitfaden wichtig, denn den Weg in die Industrie 4.0 kostet ihnen viel Geld.
Verstanden werden muss also, dass mögliche Risiken bei der Einführung von Industrie 4.0 sich nicht allein auf den technischen Bereich beziehen. Stolpersteine finden sich ebenso in puncto Organisation und Mensch. Das Verständnis für diese Zusammenhänge war das Leitmotiv der Forschung.
Insbesondere produzierende Unternehmen haben nun Zugriff auf Methoden, mit denen sie Risiken von Industrie 4.0 auf ihre gesamte Wertschöpfungskette analysieren, bewerten, steuern und überwachen können. Interessierte melden sich dazu bei Stefan Gabriel, Wissenschaftler am Fraunhofer IEM
Das vermeidet „Tretminen“ bei der Industrie-4.0-Einführung
1. Risiken erkennen: Was bedeuten agile Entwicklungsteams für die Produktentstehung? Was sollte man beim Einführen flexibler Arbeitszeitmodelle beachten? Insgesamt 55 Use Cases aus Bereichen wie Gesundheit, IT-Sicherheit oder Kultur machen mögliche Industrie-4.0-Risiken sichtbar;
2. Risiken bewerten: Wie hoch ein Risiko für ein bestimmtes Unternehmen jeweils ist, hängt immer von der individuellen Situation ab. Ein Bewertungsschema mit den Faktoren Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit hilft zu beurteilen, ob ein Risiko ernst genommen werden sollte;
3. Risiken steuern: Von einer besseren Kundenkommunikation über die Mitarbeiterqualifizierung bis hin zur Erhöhung der IT-Sicherheit: Unternehmen können aktiv Strategien entwickeln, um ihrer individuellen Risikosituation gegenzusteuern. Dafür entstanden 240 mögliche Gegenmaßnahmen inklusive entsprechender Handlungsoptionen;
4. Risiken überwachen: Wie erkenne ich einen Prozess in Schieflage oder einen gefährdeten Absatz? Unternehmen haben Zugriff auf 53 typische Indikatoren zur Überwachung und Prüfung von Risiken, etwa die Fluktuationsrate oder die Dauer von Entscheidungsprozessen.
Erste erfolgreiche Anwendungen in Pilotprojekten
Was im Projekt Sorisma deutlich wurde ist, dass neue Technologien nicht nur funktionieren müssen, sondern in der Belegschaft auch zu akzeptieren sind. Der Transformationsprozess sollte deshalb bereits im Vorfeld gut durchdacht werden. Einige Unternehmen haben sich mit dem Leitfaden auch bereits beschäftigt, um bei der Einführung von Industrie 4.0 keine groben Fehler zu machen.
Der Maschinenbauer MIT Moderne Industrietechnik plant beispielsweise, seine Lagerverwaltung künftig digital statt papierbasiert zu organisieren. Weitere Pilotprojekte waren die agile Organisationsgestaltung bei Beulco, die prädiktive Anlagensteuerung bei Thyssenkrupp und die Einführung eines MES-Systems bei Westaflex. Zusätzlich wurden die Projektergebnisse in insgesamt 13 Industriekreisen diskutiert.
Mitentwickelt hat übrigens auch das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, das Heinz-Nixdorf-Institut der Universität Paderborn, die Unity AG und Myview Systems. Gefördert wurde es von Juli 2019 bis Juni 2022 vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 2,7 Mio. Euro.
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