US-Elektroauto-Misere Stellantis rutscht tief in die Verlustzone

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Stellantis schockt jetzt mit der Nachricht über eine Riesenabschreibung für die US-Elektroauto-Kehrtwende. Es soll auch keine Dividende geben ...

Donald Trump hat gesprochen, und die Elektroautoförderung in den USA ist dahin. Das bekommt nach Ford und GM nun auch der Multimarken-Autokonzern Stellantis zu spüren und reagiert entsprechend ...(Bild:  Stellantis)
Donald Trump hat gesprochen, und die Elektroautoförderung in den USA ist dahin. Das bekommt nach Ford und GM nun auch der Multimarken-Autokonzern Stellantis zu spüren und reagiert entsprechend ...
(Bild: Stellantis)

Das Zurücksetzen der Elektroautostrategie bei Stellantis geht demnach Hand in Hand mit einer Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro, wie die Opel-Mutter vor Kurzem berichtete. Knapp 15 Milliarden davon verschlinge die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US-Markt, weil der Konzern in Folge der von US-Präsident Donald Trump gestrichenen Elektroautoförderung und geänderter Abgasrichtlinien Modelle streiche und mit den technischen Plattformen künftig wohl weniger Geld verdienen werde. Die Aktie sackte danach auf ein Rekordtief, wobei sie auf die letzten 12 Monate gesehen, bereits 60 Prozent an Wert eingebüßt hat, wie es weiter heißt. Als Teil der Abkehr von der Elektroautostrategie trennt sich Stellantis etwa von Anteilen an Nextstar Energy, einem gemeinsamen Batterieprojekt mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG Electronics. Stellantis gibt seinen 49-Prozent-Anteil an LG ab. Noch 2022 hatte Stellantis in Aussicht gestellt, zusammen mit LG über fünf Milliarden kanadische Dollar (3,1 Milliarden Euro) in eine Batteriefabrik in Windsor im kanadischen Bundesstaat Ontario stecken zu wollen.

Elektroauto-Kehrtwende kostet Stellantis Milliarden

Für die Kehrtwende werden über die kommenden Jahre auch Auszahlungen von Finanzmitteln in Höhe von 6,5 Milliarden Euro bei Stellantis fällig, weswegen dieses Jahr keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Auch will sich Stellantis frisches Geld in Höhe von maximal fünf Milliarden Euro über die Ausgabe neuer Anleihen besorgen, um die Bilanz zu stärken. Die Neuordnung der Strategie komme für den Vielmarkenkonzern (unter anderem Fiat, Chrysler, Peugeot, Jeep, Alfa Romeo, Opel) mit seinem starken US-Standbein aber nicht unerwartet, heißt es. Denn die großen US-Rivalen Ford und General Motors hatten zuvor bereits Milliarden wegen des von der US-Regierung geänderten Elektroautokurses abgeschrieben. Problematisch ist für Stellantis nur, dass das Ganze in einer kritischen Phase hereinbricht. Denn der Konzern war in den USA in einen Strudel aus schwachen Verkäufen und sinkenden Preisen geraten und musste teuer gegensteuern. Ex-Chef Carlos Tavares verlor darüber bekanntlich seinen Job. In Nordamerika hat das Unternehmen in aller Regel auch den Löwenanteil seines Gewinns erzielt.

Neuer Stellantis-Chef will jetzt Milliarden investieren

Der neue Stellantis-Chef Antonio Filosa will aber erste Anzeichen der Besserung erkennen. Im zweiten Halbjahr 2025 seien nämlich die Verkäufe im Jahresvergleich um elf Prozent (auf 2,8 Millionen Fahrzeuge) gestiegen. Umsatz und freier Mittelzufluss seien – wie angestrebt – über die Werte aus dem ersten Halbjahr geklettert. Auch die einstigen Qualitätsprobleme bei den Autos hätten in Nordamerika und Europa nachgelassen. Gleichwohl sei die operative Marge wegen Sonderproblemen aber schwächer ausgefallen als mit dem niedrigen 1-stelligen Prozentsatz im zweiten Halbjahr angestrebt. Für 2026 sollen die wesentlichen Kennzahlen aber ansteigen, der Umsatz um einen mittleren 1-stelligen Prozentsatz. Bei der bereinigten operativen Marge peilt Filosa – inklusive geschätzten Zollbelastungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro – einen niedrigen 1-stelligen Prozentsatz an. Der Free Cashflow soll sich bessern. Bevor demnächst die konkreten Zahlen kommen, stellte Filosa Investitionen in den kommenden vier Jahren von 13 Milliarden Dollar in Aussicht, um das Wachstum auf dem US-Markt anzukurbeln. Über 5.000 Jobs sollen auch geschaffen werden und fünf komplett neue Fahrzeuge sollen auf den Markt kommen.

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