Institut für Werkzeugmaschinen und Steuerungstechnik Tagung untersucht komplexe Wechselwirkungen beim Umformen

Redakteur: Annedore Munde

Dresden (am) – Die Simulation der Umformprozesse spart kostenintensive Versuchszeit. Doch die Gestaltung eines möglichst realitätsnahen Prozesses gelingt zunehmend nur noch durch die Einbeziehung von Maschinen- und Werkzeugeinflüssen in die Modellbetrachtung. Dieser Gesamtproblematik widmete sich das 12. Dresdner Werkzeugmaschinen-Fachseminar am 6. und 7. Dezember.

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Veranstalter waren der Dresdner Freundeskreis der Werkzeugmaschinen- und Steuerungstechnik und das Institut für Werkzeugmaschinen und Steuerungstechnik (IWM). Im Mittelpunkt standen aktuelle Ergebnisse zur Modellierung und Simulation des Umformprozesses unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Maschine, Werkzeug, Werkstück und Prozess.

Mit einem Fokus auf die Bereiche Blech- und Massivumformung standen 14 Fachvorträge auf dem Programm: angefangen von neuen Anforderungen und Tendenzen bei der Simulation der Blechumformung über die Antriebs- und Prozessoptimierung hydraulischer Tiefziehpressen mit Hilfe der gekoppelten Simulation bis hin zur Entwicklung einer Methodik zur Gestaltung von Umformwerkzeugen.

Für Prof. Dr.-Ing. Karl Roll, der bei der Daimler AG im Werk Sindelfingen die Umformtechnologie und Simulation von Umformverfahren verantwortet, steht im Mittelpunkt aller Überlegungen immer die Kernfrage: Welche Eigenschaften hat das Bauteil nach der Fertigung? Für den Experten auf dem Gebiet der Blechumformung und Entwicklung von Simulationsverfahren für die industrielle Praxis ist die zunehmende Verwendung hochfester Stähle auch eine neue Herausforderung im Simulationsprozess. Hier lässt sich beispielsweise die Rückfederung schlechter beherrschen, als bei herkömmlichen Materialien.

Insgesamt bot die produktionstechnische Tagung auch durch eine ergänzende Posterschau im Versuchsfeld des IWM viel Raum für wissenschaftlichen Gedankenaustausch und fachspezifische Detaildiskussionen. Von den knapp 80 Teilnehmern kamen 50 Vertreter aus Industrieunternehmen. Ein Zeichen dafür, welche Praxisrelevanz das Thema hat, sagte Dr. Hajo Wiemer vom IWM, der für die Organisation zuständig war.

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