Forschungsprojekt „TheKey High-Tech-Gewebe aus alter Funktionskleidung

Quelle: Pressemitteilung von Mewa 3 min Lesedauer

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Das Forschungsprojekt „The Key“ untersuche das Recycling von Polyester-Baumwollmischgeweben. Ziel sei es, die enthaltenen Materialien getrennt zurückzugewinnen und in gleichbleibender Qualität erneut für die Textilproduktion nutzbar zu machen.

Das Projekt „The Key“ habe sich zum Ziel gesetzt, durch Schlüsselinnovationen Polyester-Baumwoll-Mischgewebe vollständig zu recyceln und eine nachhaltige Nutzung dieser Materialien zu ermöglichen (Bild:  RecycleMan / iStock / Getty Images Plus)
Das Projekt „The Key“ habe sich zum Ziel gesetzt, durch Schlüsselinnovationen Polyester-Baumwoll-Mischgewebe vollständig zu recyceln und eine nachhaltige Nutzung dieser Materialien zu ermöglichen
(Bild: RecycleMan / iStock / Getty Images Plus)

Polyester-Baumwollmischgewebe seien Standard in Schutz-, Berufs- und Sportbekleidung – dank ihrer funktionalen Vorteile. Doch ihr Recycling bleibe schwierig: Mechanische Verfahren mindern die Qualität und erlauben nur begrenzte Wiederverwendung, chemische Methoden führen oft zum Verlust eines Materials, so Mewa. Hier brauche es bessere Lösungen, um die Kreislaufwirtschaft voranzubringen. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt „The Key“ habe sich genau das vorgenommen. Es soll jetzt den ersten Meilenstein erreicht haben: Unter industrienahen Bedingungen ließen sich aus polyesterhaltigen Abfällen die ursprünglichen Bausteine Terephthalsäure (TA) und Ethylenglykol (EG) zurückgewinnen. Ihre Qualität erfülle geltende Industrienormen und eigne sich für die Herstellung von neuem Polyester.

„Damit haben wir den Grundstein gelegt, um aus gebrauchten Textilien wieder hochwertige PET-Fasern herzustellen“, erklärt Projektleiterin Dr.-Ing. Diana Wolf, Forschung & Entwicklung im Bereich Umwelt- und Verfahrenstechnik bei dem Projektpartner Mewa. Möglich werde dies durch ein im Projekt fortentwickeltes Verfahren. Aktuell liege der Fokus auf der Robustheit und Reproduzierbarkeit des Prozesses sowie auf der Optimierung der zurückgewonnenen Menge. Die nächsten Schritte im Projekt sollen sich nun der Übertragung des Verfahrens auf eine kontinuierliche Verfahrensweise widmen.

Baumwolle als zweite Herausforderung

Die Baumwollanteile aus dem Materialgemisch in wiederverwendbarer Qualität zu extrahieren, sei ebenfalls Ziel des Forschungsprojekts. „Sie lässt sich bereits abtrennen, erreicht aber derzeit noch nicht die Qualitätsanforderungen für ein direktes Recycling in bestehende Baumwollketten“, berichtet die Projektleiterin. Jetzt gehe es darum, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Cellulose in einer Qualität gewonnen werden kann, die sich für hochwertige Wiederverwertung, beispielsweise im Lyocell-Prozess, eigne. „Die Möglichkeit, sowohl synthetische als auch natürliche Komponenten getrennt aus dem Mischgewebe zu extrahieren und wiederzuverwenden, adressiert eine der großen Herausforderungen der Textilindustrie: das Recycling von Mischgeweben“, erläutert Diana Wolf.

Ein interdisziplinäres Team auf dem Weg zur Lösung

Für „The Key“ haben sich laut Pressemeldung acht Projektpartner mit unterschiedlichen Fachkompetenzen zusammengetan, von chemischer Verfahrenstechnik über Textiltechnologie bis hin zu Materialwissenschaften. „Wir arbeiten als Team, jeder von uns bringt sein Spezialwissen ein. Das erlaubt uns, das Projekt auch aus unkonventionellen Perspektiven zu betrachten“, betont Diana Wolf. Beteiligt seien die folgenden Institute und Unternehmen: Mewa Textil-Service, Jako AG , Matterr, das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein, das Institut für Chemische und thermische Verfahrenstechnik der Technischen Universität Braunschweig, das Ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Klopman und Hero-Textil.

Die Ziele des Projekts

Am Projektende wollen die Partner eine Lösung für die Kreislauffähigkeit der Materialien vorzeigen können: Bei Polyester sollen die zurückgewonnenen Monomere zu PET-Fasern verarbeitet werden können, die die gleiche Qualität wie Primärfasern aufweisen. Und bei Baumwolle soll die Cellulose in hochwertigen Fasermassen aufbereitet werden, die für die Produktion neuer Textilfasern genutzt werden können. Die nächsten Schritte würden die Skalierung des Verfahrens, die Qualitätskontrolle der recycelten Materialien und die Entwicklung praxisnaher Produktionsmethoden sein. Damit sei die Vision, aus alter Funktionskleidung wieder hochwertige Textilien zu machen, greifbar näher gerückt. Das Projekt werde im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Zirkuläre Textilien“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt (Förderkennzeichen: 033R408A-F).

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