Produktionslogistik Trotz Umbau und Werkzeugwechsel Null-Fehler-Lieferung garantiert
Die zuverlässige Lieferung von Anbau- und Zubehörteilen im Automobilbau ist essenziell für den reibungslosen Ablauf der ganz nach Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Prinzipien ausgerichteten Fahrzeugproduktion. Schon ein schwaches Glied in der Lieferkette kann die Fertigstellung eines Autos drastisch verzögern. Zeitaufwändige Material- oder Werkzeugwechsel bei der Herstellung geänderter Zulieferteile gelten da nicht als Entschuldigung.
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Mit hauseigenem Werkzeugbau, umfassendem Pressenpark und ausgeprägtem Know-how in Entwicklung, Konstruktion und Fertigung hat sich die Paul Craemer GmbH im Bereich Metallumformung zum Großserienspezialisten für Bauteile und ganze Baugruppen entwickelt. Für den führenden Hersteller von Sitzkomponenten für die Fahrzeugindustrie Keiper in Kaiserslautern beispielsweise produziert Craemer unter anderem Teile für die zweite Sitzreihe im VW Touran.
Von den Lehnen der Außen- und Mittelsitze bis zu den Sitzschalen werden diese Teile als komplette Carsets produziert. Mit speziell entwickelten Dreifach-Werkzeugen können gleichzeitig ein linker und ein rechter Außensitz sowie ein Mittelsitz pro Fahrzeug hergestellt werden. Nicht zuletzt aufgrund der Kostensituation hatte Craemer durch die Verwendung dieses Dreifach-Werkzeugs bereits im Vorfeld einen sehr großen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die Einzelwerkzeuge einsetzen.
Bis vor Kurzem wurden die Sitzteile für den VW Touran aus Aluminium hergestellt. Im Rahmen einer Untersuchung zeigte sich jedoch, dass erhebliche Kosteneinsparungen zu erzielen wären, wenn diese Bauteile aus Stahl gefertigt würden. Im Vergleich zu den Sitzkomponenten aus Aluminium können die aus Stahl aufgrund der höheren Materialfestigkeit mit dünneren Blechstärken und höherfesten Blechen gefertigt werden, um die Anforderungen eines Crashtests zu erfüllen.
In diesem Zusammenhang waren im Vorfeld der Materialumstellung auch diverse Abstimmungen im Hinblick auf die genauen Herstellbarkeitsanalysen und detaillierte Toleranzabstimmungen erforderlich. Die Umstellung auf Stahl zog nämlich auch einige Teileänderungen nach sich, um vorgegebene Parameter, wie zum Beispiel das Aufspringverhalten der Teile im hochfesten Stahlbereich, zu minimieren.
Materialumstellung machte Werkzeugwechsel erforderlich
Die Entscheidung für den Materialtausch hatte allerdings zur Folge, dass die zur Herstellung der Bauteile verwendeten Werkzeuge nicht mehr passten und den neuen, teilweise nur noch halb so dicken Materialstärken angepasst oder komplett neu erstellt werden mussten.
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