Stanzertreff „Hart auf Hart“ Überkapazitäten schaden den Branchenunternehmen

Von Richard Pergler 3 min Lesedauer

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Zu seinem Stanzertreff „Hart auf Hart“ hat der VDWF – Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. ins „Museum für sächsische Fahrzeuge“ in Chemnitz eingeladen. Zahlreiche Interessenten waren gekommen, unter anderem, um über die Zukunft der Branche zu beraten.

Der VDWF – Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. hatte Mitglieder und andere Interessenten zu seinem Stanzertreff „Hart auf Hart“ in den Raum Chemnitz eingeladen. Zahlreiche interessierte Teilnehmer berieten engagiert über die Zukunft der Branche.(Bild:  VCG)
Der VDWF – Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. hatte Mitglieder und andere Interessenten zu seinem Stanzertreff „Hart auf Hart“ in den Raum Chemnitz eingeladen. Zahlreiche interessierte Teilnehmer berieten engagiert über die Zukunft der Branche.
(Bild: VCG)

Der Stanzertreff „Hart auf Hart“ spiegelt die Arbeit des VDWF-Arbeitskreises für den Stanz- und Umform-Werkzeugbau wider. Das Treffen soll unter anderem dazu beitragen, dass sich die Unternehmen der Branche zusammensetzen und daran arbeiten, die Wettbssituation der deutschen Betriebe in diesem Industriezweig nachhaltig zu verbessern.

Herausforderungen des Unternehmensalltags

Die Nachfrage aus den Unternehmen war enorm. Fast 60 interessierte Teilnehmer aus der Branche waren gekommen, um neues Wissen für die aktuellen Herausforderungen des Unternehmensalltags zu sammeln. Darüber hinaus auch, um praxistaugliche Lösungen zu sehen und zu diskutieren. Und sich zudem untereinander zu aktuell relevanten Fachthemen auszutauschen.

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Ein hoher Grad an Transparenz prägte die Veranstaltung – das galt sowohl für die ausführlichen Unternehmensrundgänge, die überdies ganz selbstverständlich auch für direkte Wettbewerber offen waren, als auch für die Gespräche. Moderiert von Jens Luedtke, Vorstandsmitglied bei der Tebis Technische Informationssysteme AG, sprachen die Werkzeugbauer wichtige Themen sehr offen und transparent an.

Branche verändert sich signifikant

Eines dieser Themen waren die Überkapazitäten in der Branche - angesichts der Tatsache, dass Auftraggeber in den vergangenen Jahren zurückhaltender waren als zuvor und sich gleichzeitig die Absatzmärkte stark verändert haben, leiden die Werkzeugbauer unter einem signifikanten Bedarfsrückgang. Dazu kommt wachsender Druck aufgrund ausländischer Kapazitäten, die ebenfalls auf den heimischen Markt drängen.

In Folge entstanden enorme Überkapazitäten im Werkzeugbau, die die Preisqualität stark unter Druck setzen. Die Stanzwerkzeugbau-Experten gehen daher von einer mittel- bis langfristigen Entwicklung aus und rechnen mit einer weiteren Marktbereinigung.

Synergien sollen Wettbewerbsfähigkeit stärken

Um die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen zu sichern, wollen die Stanzwerkzeugbauer künftig zunehmend Synergien nutzen und über Unternehmensgrenzen hinweg verstärkt kooperieren. Vor einigen Jahren gründeten bereits sechs unternehmen aus dem Bereich der Metallumformung die Dachgesellschaft Tooling Cooperation GmbH. Dabei geht die Zusammenarbeit der Werkzeugbauer Gebhardt, Huissel, Fütterer, Schwinn, Kiefer und Mues inzwischen weit über eine reine vertriebsgesellschaft hinaus.

Profil

VDWF-Arbeitskreis für den Stanz- und Umform-Werkzeugbau

Klarer Fokus auf die Bedürfnisse der Teilbranche

Der VDWF-Arbeitskreis für den Stanz- und Umform-Werkzeugbau „Hart auf Hart“ soll dazu beitragen, dass sich die Unternehmen der Branche zusammensetzen. Sie sollen mit Blick auf ihre jeweils eigenen Bedürfnisse und Anforderungen geeignete Strategien für die Standardisierung auszuarbeiten. In den Arbeitstreffen werden vor allem die Standards rund um Betriebsmittel und eine definierte Fachterminologie diskutiert. Die Teilnehmer der Arbeitskreise erörtern aber auch Möglichkeiten, das Thema in die Branche hinein zu kommunizieren. Link zu den VDWF-Arbeitskreisen hier

Weitere Themen waren unter anderem auch aktuelle Veränderungen und Trends auf dem Gebiet der Produktionstechnologien. Dazu passt auch das große Interesse der Teilnehmer am Thema Prozessoptimierung, aber auch an Möglichkeiten, schneller zu werden - speziell vor dem Hintergrund der personellen und personalrechtlichen Situation.

Branche ist viel zu leise

Die Branche der Werkzeugbauer ist, gemessen an ihrer immensen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, viel zu wenig sichtbar. Politik und Gesellschaft, selbst viele Auftraggeber sind sich der Funktion der Werkzeugbaubranche als Schlüsselindustrie für industrielle Produktion in Deutschland nicht oder nur unzureichend bewusst.Deshalb hat der VDWF die Kampagne „Think global, source local“ initiiert, die die Branche sichtbarer machen soll.

Sponsoren

Stanzertreff „Hart auf hart“

Unterstützung sichert Qualität

Als Sponsoren unterstützten neben Blechnet auch IK Office GmbH, Joke, die Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH, Steinel Normalien und die Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH diese wichtige Branchenveranstaltung. Ihr Engagement ist essenziell für eine hohe Qualität solcher Events.

Im Vortragsblock auf Schloss Rauenstein GmbH bei Lengenfeld gab Ralf Dürrwächter zunächst einen Überblick über aktuelle Aktivitäten, Trends und Entwicklungen in Verband und Branche. Carolin Tutzschky, Gastgeberin auf Schloss Rauenstein, berichtete aus der Geschichte des Gebäudes. Unter dem Motto "Alles kommt vom Bergwerk her" berichtete Michael Grandt vom Vorstand der Knappschaft Kalkwerk Lengefeld über die Geschichte des Bergbaus im Erzgebirge.

Rundgang durch ein Vorzeigeunternehmen

Mit seinem Beitrag „Technologieübergreifende Automation in der Einzelteil- und Serienfertigung“ holte Matthias Kraushaar von Erowa Deutschland die Teilnehmer zurück in die Zukunft der Branche. Und Daniel Oertel, Geschäftsführer beim Pockauer Werkzeugbau Oertel, stellte zudem in einem kurzen Vortrag sein Unternehmen vor. Ein Highlight der Veranstaltung war sicher der Betriebsrundgang in diesem Vorzeigeunternehmen.

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