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Verbundwerkstoffe vom Coil erschließen Funktionsvielfalt für Stahlbänder

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Verbundwerkstoff-Coils für Wälz- und Gleitlager geeignet

Für Anwendungen als Coil bieten sich zum Beispiel Wälz- und Gleitlager an. Für diese Anlagen-, Maschinen- und Fahrzeugkomponenten werden bereits Ringe und Lagerhülsen aus dem Verbundwerkstoff hergestellt.

Ein wesentlicher Vorteil liegt dabei im Wegfall des Einsatzhärtens. Dieser Prozess-Schritt kann eingespart werden. Das war laut Thyssen-Krupp Steel ausschlaggebend für den Erfolg des Verbundwerkstoffs – als Coil und als Tafel.

So ist man sich sicher, dass die derzeitige Erprobung der Pflugscharen im Landmaschinenbau zur Serienfertigung führen wird. Grund ist der Aufbau aus 25 und 35% Außenschicht mit hoher Härte und Verschleißbeständigkeit sowie aus 40% eines gut umformbaren, duktilen Kernwerkstoffs. Das damit erzielte Eigenschaftsprofil aus Duktilität und hoher Oberflächenhärte lasse sich im Einsatzhärteverfahren, so der Stahlhersteller, nicht erreichen.

Außerdem dauert dieses Verfahren mindestens mehrere Stunden, wenn nicht sogar Tage, um eine ausreichend verschleißfeste Oberfläche zu erhalten. Das Ergebnis ist meist nicht optimal. Nach dem Einsatzhärten sind die Teile – so heißt es – oft verzogen. Sie müssen nachgearbeitet werden.

Weiterverarbeitung der Verbundwerkstoffe wie bei üblichen Bändern

Das entfällt beim Verbundwerkstoff von Thyssen-Krupp Steel. Laut dem Stahlhersteller lässt sich dieses Produkt wirtschaftlich weiterverarbeiten und genauso beizen, kalt walzen und anarbeiten wie konventionelles Stahlband. Aufgrund der Ergebnisse aus Tests und Feldversuchen werde man dessen Anwendungspotenzial lange Zeit nicht ausschöpfen können, weil sich aufgrund zunehmender Werkstoffkombinationen das Eigenschaftsspektrum weiter ausbauen lasse.

So sieht man in der Kombination mit einem Low-Cost-Stahl als Kernwerkstoff und Außenschichten aus Edelstahl vor allem eine wirtschaftliche Innovation. Zusammen mit der Thyssen-Krupp-Stainless-Tochter Nirosta wurde ein Entwicklungsprojekt für diese dreilagige Schichtkombination gestartet.

Versuche mit Edelstahl-Verbundwerkstoff verlaufen positiv

Der Status des Projekts: Warm- und Kaltband wurden bereits auf der Warmwalz-Pilotanlage gefertigt, die Thyssen-Krupp Steel für die Entwicklung neuer Produkte am Standort Dortmund betreibt. Beiz- und Glühversuche seien positiv verlaufen, die Verbundeigenschaften und mechanischen Kennwerte erfüllten die im Rahmen des Projekts gestellten hohen Anforderungen, heißt es.

Ziel ist es, den Verbundwerkstoff in dieser Schichtkombination unter dem Namen Nirosta Tribond als Alternative zu Edelstahl-Vollblechen (RSH-Stähle) am Markt zu platzieren. Potenzielle Anwendungen sieht man zum Beispiel im chemischen Apparate- und Behälterbau.

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