VW im Aufwind Volkswagen hängt andere ab und will dennoch auf Sparkurs gehen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Obwohl VW in Sachen Aktienentwicklung die deutsche Konkurrenz überholt hat, steigt bei der Belegschaft die Sorge um eine sichere Zukunft des Wolfsburger Automobilkonzerns.

Volkswagen-Chef Oliver Blume freut sich über die Aktienentwicklung, durch die sich der Konzern von den deutschen Mitbewerbern derzeit abhebt. Damit das so bleibt, will er den eingeschlagenen Sparkurs weiter durchziehen, was aber auch für Kritik sorgt ...(Bild:  Volkswagen)
Volkswagen-Chef Oliver Blume freut sich über die Aktienentwicklung, durch die sich der Konzern von den deutschen Mitbewerbern derzeit abhebt. Damit das so bleibt, will er den eingeschlagenen Sparkurs weiter durchziehen, was aber auch für Kritik sorgt ...
(Bild: Volkswagen)

Im sonst meist gleichlaufenden deutschen Autosektor hat sich Volkswagen jetzt positiv von anderen entwickelt. Denn der Aktienkurs im Dax stieg in einem verhaltenen Marktumfeld zuletzt um 0,6 Prozent, während die Papiere von Mercedes-Benz und BMW um 0,9 respektive 2,9 Prozent nachgaben.

Die Impulse dazu lieferte wohl ein Branchenausblick für das Jahr 2026 von der Citigroup. Analyst Harald Hendrikse blickt dabei auf den wichtigen Markt in China, denn dort stehen die Europäer wegen Überkapazitäten bekanntlich unter Druck, aber auch wegen der lokalen Konkurrenz, der sowohl technisch als auch preislich einen Vorsprung attestiert wird. Die größten Risiken in China sieht der Experte aber für Mercedes und BMW. Was Volkswagen betreffe, so stelle er sich die Frage, ob die Wolfsburger in China vielleicht ein Gewinner werden könnten, weil sie etwa deutlich niedrigeren Kosten für dort entwickelte und produzierte Modelle genössen. Weitere Chancen könnten neue VW-Modelle im Elektrofahrzeug-Bereich eröffnen. Als sogenannten Top-Pick ordnet der Experte die VW-Tochter Porsche ein. Volkswagen erhält von ihm das Prädikat „Positive Catalyst Watch“. Allerdings muss auch klar sein, dass bisher nur von dieser Ecke diese Einschätzungen stammen. Was Volkswagen-Internas angeht, so will der VW-Chef Oliver Blume lieber am eingeschlagenen Sparkurs festhalten, was aber de Belegschaft nicht wirklich schmeckt ...

Keine 20 Prozent der VW-Belegschaft sehen sich gut aufgehoben

Denn im Rahmen einer VW-Betriebsversammlung in Wolfsburg traf der erneute Sparappell von Blume, der zu mehr Effizienz führen soll, auf deutliche Vorbehalte aus der Belegschaft. Und eine interne Umfrage offenbare, dass das Vertrauen in den Vorstand zuletzt spürbar gesunken sei. Die Kündigung der Beschäftigungssicherung und mögliche Standortschließungen im Tarifkonflikt vor einem Jahr, haben demnach tiefe negative Spuren hinterlassen. „Das Vertrauen in den Vorstand hat massiv gelitten", stellt die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo laut einem internen Beitrag des Betriebsrates, der der dpa auch vorliegt, dazu fest. Sie hat dabei auch Kernergebnisse einer aktuellen Belegschaftsumfrage des Gesamtbetriebsrates vorgestellt. Demnach glauben nur noch 16 Prozent der VW-Beschäftigten daran, dass für den Vorstand Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung gleichrangige Unternehmensziele sind. Vor einigen Jahren habe dieser Wert noch bei knapp 40 Prozent gelegen.

Volkswagen muss stark bleiben, um Jobs halten zu können

Oliver Blume hingegen kontert: „Wenn wir auch künftig mit seinen Fahrzeugen Geld verdienen und wettbewerbsfähig sein wolle, müssten die Kosten weiter konsequent optimiert werden!“ VW habe gefragte Produkte und Top-Technologien, weshalb es nun darum gehe, die Produktivität zu heben und Prozesse zu vereinfachen. Der Manager betonte auch, wie wichtig es ist, VW klar auf die Anforderungen der Zukunft und die Realität des Marktes auszurichten. Seiner Meinung nach hat sich das Unternehmen deshalb mit den Tarifpartnern so umfassend neu aufgestellt. Die Vereinbarungen würden nun gemeinsam umgesetzt und kämen gut voran. Aber nur ein wirtschaftlich starkes Unternehmen ist auch ein sicherer Arbeitgeber, entgegnete er der wachsenden Schar von Skeptikern am Sparkurs.

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