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Damit können Presskräfte bis zu 6300 kN erreicht werden – bei der Lösung von Kienle + Spiess-Lösung kommt eine MEB Synchropress Modell SWPT 2500/3000 mit einer Tischtiefe von 1500 mm und einer Tischlänge von 3000 mm zum Einsatz. Dabei wird die Stößelbewegung mit Hilfe von vier Hochleistungs-Torque-Motoren erzeugt. Bei dieser Antriebstechnik wird das Drehmoment direkt auf die Spindel übertragen, wodurch wiederum höhere Hubfrequenzen (bei Kienle + Spiess sind es 100 Hübe pro min) erreicht werden können. Steffen Bauer nennt als Betreiber in diesem Zusammenhang zwei Faktoren, die für die MEB Synchropress sprechen: „Zum einen besitzt die Presse eine Sensibilität, also eine Feinfühligkeit, die ich im Werkzeugbau brauche und die ich auf keiner anderen Presse erreichen kann, und zum anderen ist es die gleichzeitige Serientauglichkeit der MEB Synchropress.“ Mit der Torque-Variante der Synchropress ist es auch möglich, während des Fertigungsprozesses einen mehrmaligen Stößel-Stopp zu programmieren und Zusatzprozesse zu integrieren.
Glulock-Prozess und Geo-Drall in die Synchropress integriert
Über das Stanzen hinaus sind auch der sogenannte Glulock-Prozess sowie das ebenfalls von Kienle + Spiess entwickelte System Geo-Drall in die Synchropress integriert. Beim Glulock-Prozess handelt es sich um ein in ein Werkzeug integriertes Klebepaketier-Verfahren. Dabei werden während des Stanzprozesses Klebetropfen postionsgenau mit Hilfe spezieller Ventile auf den Blechstreifen aufgetragen.
In der letzten Arbeitsfolge innerhalb des Werkzeuges werden die Einzelbleche aus dem Blechstreifen ausgelocht und durch die bereits aufgetragenen Klebepunkte zum Paket verbunden. Die exakte Erzeugung der Paketlänge erfolgt durch ein gesteuertes Aussetzen des Klebepunktauftrags. Der wesentliche Vorteil des Glulock-Prozesses gegenüber dem bisher marktüblichen mechanischen Verknüpfungsverfahren, dem sogenannten Stanzpaketieren, liegt in der Reduzierung der Eisenverluste des Endproduktes. Die Reduzierung von Eisenverlusten in elektrischen Antrieben führt direkt zur Wirkungsgradsteigerung. Besonders wichtig ist dies bei allen elektrischen Antrieben, die bei minimaler Baugröße maximale Leistung erbringen müssen, oder auch bei allen 24/7-Anwendungen.
Der Glulock-Prozess ist in der Lage, das bisher marktübliche Stanzpaketieren abzulösen und damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Senkung des Energie-verbrauches elektrischer Antriebe zu leisten. Das System Geo-Drall dient zur Erzeugung von Nutschrägen, dem sogenannten Drall, bei nicht rotationssymmetrischen Stanzprodukten. Bisher konnte der Drall innerhalb des Stanzwerkzeugs nur dann erzeugt werden, wenn das Endprodukt rotationssymmetrisch gestaltet war.
Geo-Drall verschafft Antriebsentwicklern neue Freiheitsgrade
Das System Geo-Drall ist eine in ein Stanzwerkzeug integrierte motorisch angetriebene Dreheinheit, mit der ein Drall der Nuten bei freier Außengeometrie des Produktes realisiert wird. Den Antriebsentwicklern stehen damit neue Freiheitsgrade bei der Entwicklung und Auslegung elektrischer Antriebe zur Verfügung.
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