Oberflächentechnik

Vorbehandlung ist Voraussetzung für funktionsfähige Pulverlackschichten

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Fast immer wird bei der industriellen Beschichtung durch chemische oder elektrochemische Reaktionen mit einer speziellen Prozesslösung eine sehr dünne, chemisch beständige Schicht erzeugt, die zusätzlich zur notwendigen Haftvermittlungseigenschaft auch einen teilweise sehr guten Widerstand gegen Feuchteeinwirkung bietet. Zu diesen Schichten zählen auch die heute zunehmend verwendeten sogenannten Chrom(VI)-freien Konversionsschichten, die auf der Basis von Zirkon oder Titan und deren inniger Verbindung mit dem Grundwerkstoff einen organischen Überzug bilden, der ähnliche Funktionen wie die klassischen Chromatier- oder Phosphatierschichten hat.

Bei wenig Feuchtigkeit reicht Eisenposphatierung aus

Für die Anwendung der Pulverbeschichtung für Stahlteile im Innenbereich mit wenig Feuchtebelastung reicht eine Eisenphosphatierung aus. Dieses Verfahren führt zusätzlich zu den oberflächenreinigenden Eigenschaften – ähnlich wie die physikalische Reinigung – auch zu einer Deckschichtbildung, die zur Verbesserung der Haftung von Pulverlackschichten dient. Für Beanspruchungen im Außenbereich hat sich seit Jahren die Zinkphosphatierung bewährt. Dabei entstehen graue gut sichtbare Schichten, die außer ausgezeichneten Haftungseigenschaften auch einen, wenn auch begrenzten, Korrosionsschutz bieten.

Bei galvanisch verzinkten oder feuerverzinkten Bauteilen stellt derzeit die Gelb- oder Grünchromatierung eine optimale Oberflächenbehandlung zur Bildung einer in fast allen Fällen ausreichenden Haftvermittlungs- und Schutzschicht dar. Die bereits erwähnten Chrom(VI)-freien Korrosionsschutzschichten auf organischer Basis führen heute bereits zu ähnlichen Eigenschaften wie die zuvor genannten chemisch erzeugten Schichten.

Bei rostfreien Stählen hat sich neben einer chemischen Reinigung bisher für den Außenbereich die Grundierung mit einem dampfdichten Pulverlackgrund bewährt. Seit kurzem gibt es auch Konversionsschichten auf Polymerbasis auf dem Markt, die dort mit gutem Erfolg eingesetzt werden. Auf jeden Fall sollte sich der Auftraggeber von der Verwendungsfähigkeit dieser polymeren Oberflächen vorher überzeugen.

Verfahren für Aluminiumteile wurden zahlreicher

Seit mehr als 50 Jahren hat sich die Gelb- und Grünchromatierung gemäß DIN 50939 bewährt. Im Automobilbereich kommen zunehmend auch die auf Basis von Titan, Cer und Zirkon aufgebauten Polymerschichten zur Anwendung. Bei einer Beschichtung von Substratkombinationen aus Zink und Aluminium können auch Zinkphosphatierverfahren eingesetzt werden. Eine entsprechende Eignung für beide Oberflächentypen ist aber vorher zu überprüfen.

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