Oberflächentechnik Weniger Teilehandling sichert Wirtschaftlichkeit beim Reinigen von Hinterachsträgern
Bei einem Automobilhersteller werden Hinterachsträger vor dem kathodischen Tauchlackieren (KTL) gereinigt, um Strahlmittelreste sicher zu entfernen. Zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit hat der Anlagenhersteller BVL Oberflächentechnik ein Durchlaufreinigungskonzept entwickelt, bei dem die Achsträger von der Reinigung über die Vorbehandlung bis zum Lackieren auf einem Gestell verbleiben. Dadurch wird der Handlingaufwand reduziert.
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Zuvor werden die Hinterachsträger verschweißt und die Schweißnähte gestrahlt. Bei diesem Vorgang dringt Strahlgut in das Bauteilinnere und stellt damit ein Qualitätsrisiko für den anschließenden Lackiervorgang dar. Zwar werden die Hinterachsträger vor der Reinigung noch einmal in einer Phosphatieranlage vorbehandelt, dieser Prozess stellt jedoch nicht sicher, dass die Strahlmittelreste komplett beseitigt werden. Außerdem besteht dabei das Risiko, die Vorbehandlungsanlage mit zu viel Strahlgut zu belasten, was wiederum zu Qualitätsrisiken führen kann.
Durchlauf-Reinigungsanlage als Entwicklungsbasis
So hat die BVL Oberflächentechnik GmbH, Emsbüren, dafür ein teilespezifisches, Reinigungskonzept entwickelt. Entwicklungsbasis war eine Durchlauf-Reinigungsanlage, die der Hersteller vor vier Jahren zur Achsträgerreinigung nach dem Strahlen konzipierte. Die Eignung des neuen Konzepts wurde in Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller durch Reinigungsversuche in einer ähnlichen Anlage erfolgreich getestet.
Zur Reinigung werden die Hinterachsträger nach dem Strahlen bereits auf KTL-Lackiergestelle gesetzt. Dadurch werden Handlingzeiten eingespart. Die Hinterachsträger verbleiben während der Reinigung auf den Gestellen, so dass sie danach direkt zum Lackieren transportiert werden können. Das ist der erste Vorteil des Konzepts.
Kaum Nebenzeiten zwischen zwei Reinigungsvorgängen
Hat der Gabelstapler das mit Achsträger beladene Gestell auf einen der beiden Vorbautische der Reinigungsanlage abgesetzt, wird der Beladevorgang über ein Zugseil quittiert. Nach dem Quittieren fährt eine Querverschiebeeinheit den Tisch vor das Tor der Behandlungskammer – und schließlich in die Kammer hinein. Das Gestell mit den zuvor gereinigten Hinterachsträgern befindet sich zu diesem Zeitpunkt in der Entladeposition. Es wird vom Stapler entnommen.
Die damit frei gewordene Kammer steht somit für die nächste abgesetzte Charge zur Verfügung, die automatisch in die Anlage transportiert und gereinigt wird. Dieser Vorgang wiederholt sich zyklisch, wobei die beiden Vorbautische im Wechsel be- und entladen werden. Diese Art der Anlagenbeschickung ermöglicht, dass kaum Nebenzeiten zwischen zwei Reinigungsvorgängen entstehen.
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