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Wer braucht schon Gold für bessere Wasserstoff-Fahrzeuge?

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Viel günstiger zur noch besser leitenden Beschichtung

Bereits im Vorserienstadium bringe diese Kohlenstoffschicht einen ähnlich niedrigen Kontaktwiderstand wie Gold zustande. Anders ausgedrückt: Wenn die Ingenieure ihr Verfahren bis zur Massenproduktion weiter verfeinern können, wird diese Schicht den Strom mindestens ebenso gut wie das Edelmetall leiten, womöglich sogar besser – und das bei halbierten Beschichtungskosten, betonen die Projektpartner. Die Wissenschaftler des Fraunhofer IWS sind davon überzeugt, dass dies zu einer neuen Generation effektiverer Brennstoffzellen mit höherer elektrischer Ausbeute beiträgt.

Die etwa 50 bis 100 µm dünnen Stahlbleche werden mit einer nur wenige Nanometer dünnen graphit-ähnlichen Schicht überzogen.
Die etwa 50 bis 100 µm dünnen Stahlbleche werden mit einer nur wenige Nanometer dünnen graphit-ähnlichen Schicht überzogen.
(Bild: Fraunhofer-IWS)

Darüber hinaus verspricht die neuartige Fraunhofer-Technologie auch ein höheres Produktionstempo. Denn die Kohlenstoffschicht sei so dünn, dass die Beschichtung selbst in Sekunden erledigt ist, heißt es. Zudem könnten Stack-Produzenten in Zukunft ganze Blechrollen noch vor der Umformung quasi „am laufenden Band“ beschichten. Das geht, weil die Fraunhofer-Schicht so strapazierfähig sei, dass sie auch den Umform- und Schweißprozess aushalte.

Wasserstoff-Stromer kommen weiter als Batterie-Enten

Solcherart aufgebesserte und preiswertere Brennstoffzellen sind insbesondere für den mobilen Einsatz wichtig. Sie eignen sich beispielsweise für umweltfreundlichere Autos, Busse und Lastkraftwagen mit großer Reichweite, die schnell nachtankbar sein müssen. Das Projekt »miniBIP II« trägt insofern zur jüngst bekräftigten Strategie der Bundesregierung bei, Deutschland zu einem Vorreiter zukunftsweisender Wasserstoff-Technologien zu machen. Hier ein kleines Video zu dem Verfahren.

Es dämmert das Zeitalter des Wasser(stoff)mannes herauf

Einige Marktbeobachter wie IDTechEx und McKinsey erwarten, dass im Jahr 2030 bereits mehrere Millionen Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Technik weltweit unterwegs sein werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat sich dieser Herausforderung gestellt. In einer gemeinsamen Initiative stellen die beteiligten Institute ihre „Kompetenz für das Wasserstoff-Zeitalter“ zur Verfügung. Auch das IWS ist Teil dieses Netzwerkes. Weitere Informationen dazu sind

hier im Internet zu finden.

So könnte das im Musical Hair heraufbeschworene Zeitalter des Wassermanns, nach einem halben Jahrhundert Verzögerung, in ganz anderer Weise positiv auf die Gesellschaftsentwicklung ausstrahlen.

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