VDW-Jahresprognose

Werkzeugmaschinenbauer könnten langsam aufatmen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Die totale Elektrifizierung der Mobilität ist mit Vorsicht zu genießen

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ihre große Chancen im „Green Deal“ und den Klimaschutzzielen bis 2050, machte der VDW klar. Und mit der Euro-7-Norm plant die EU-Kommission nun, den Grenzwert für Emissionen von Pkw und Lkw bis 2025 auf null zu setzen. „Damit verbietet sie quasi den Verbrennungsmotor und setzt voll auf Elektromobilität. Der Verbrenner wird nach Einschätzung von Experten bis 2025 technisch kein Zero-Emissions-Ergebnis erreichen können, oder nur unter sehr hohen Kosten“, kommentiert Prokop das Vorhaben.

Verbrenner sind heute schon weit besser als verlangt

Aufgemerkt! Tatsächlich seien moderne Verbrennungsmotoren mittelfristig unverzichtbar, um die Klimaziele zu erreichen. Denn haben bereits heute schon Emissionswerte, die 50 % unter den gesetzlichen Vorgaben liegen! Durch die Verwendung von e-Fuels, die auf Wasserstoffbasis mit regenerativen Energien erzeugt werden, kann der Emissionsausstoß vor allem bei bestehenden Fahrzeugen auch sehr schnell weiter gesenkt werden, betonte der VDW. Aber Schwerlastverkehr, mobile Land- und Baumaschinen, die Feuerwehr oder Schiffe werden noch länger auf Verbrenner angewiesen sein, weil eine direkte Elektrifizierung auf technische Grenzen stößt, erklären die Experten.

Mehr Klimafreundlichkeit in diesem Sektor gebe es praktisch nur mit einer Kombination aus funktionierender Forschungslandschaft und Wertschöpfungskette rund um die Motorentechnologie. „Ein abruptes Ende des Verbrennungsmotors würde den technischen Fortschritt ausbremsen, weil mit Euro 7 niemand mehr in die Entwicklung von Verbrennungsmotoren investieren wird“, macht Prokop klar. Es würde einfach das Geld fehlen. Und: käme das Aus für den Verbrenner, befürchten Experten, dass eine halbe Million Arbeitsplätze allein in Deutschland gefährdet wären.

Werkzeugmaschinenbauer und VDMA fordern Mobilitäts-Offensive

Angesichts dieser Mobilitätsanforderungen unterstützt der VDW ein Positionspapier des VDMA (Verein Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer), das in diesen Tagen veröffentlicht wurde. Darin wird eine Technologieoffensive für umweltfreundliche Mobilität gefordert. Das Ziel ist es, mithilfe der Industrie Klimaneutralität zu erreichen und die Stärken der Unternehmen bei der Entwicklung neuer Technologien zu fördern. Deshalb sollten Abgas- und CO2-Emissionen durch viele verschiedene Technologien reduziert werden, meinen die Initiatoren.

Die Nutzung von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen für künftige Fahrzeuge gehöre ebenso dazu, wie eine weitere Optimierung des Verbrennungsmotors, die verstärkte Nutzung der Brennstoffzelle und mehr batteriebetriebene Fahrzeuge. Aber nur auf die Elektromobilität zu setzen, führe zu einem extremen Anstieg des Strombedarfs, der aktuell nicht über erneuerbare Energie zu decken sei, mahnte Prokop.

„Die EU ist gefordert, eine solche breit angelegte Modernisierung auf den Weg zu bringen und den Rahmen dafür zu setzen“, fordert der VDW-Vorsitzende. Das würde nicht nur der Autoindustrie sondern auch Branchen wie dem Bau- und Landmaschinenbau in ihrem Transformationsprozess unterstützen.

(ID:47154834)