Innovationen Wirkungsvolles Konzept für eine effiziente Lieferanteneinbindung
Wurde vor Jahren noch eine E- oder S-Klasse für ein Jahrzehnt entwickelt, so überleben sie heutzutage am Markt nur noch wenige Jahre. Der Markt verlangt Innovation, und wer diese nicht
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Wurde vor Jahren noch eine E- oder S-Klasse für ein Jahrzehnt entwickelt, so überleben sie heutzutage am Markt nur noch wenige Jahre. Der Markt verlangt Innovation, und wer diese nicht liefern kann, ist auf Dauer nicht überlebensfähig.
Zulieferer müssen bei Innovationen eingebunden werden
Unter solchen Marktbedingungen ist ein in sich einfacher, aber sehr treffender Grundgedanke der Leitsatz des alten römischen Reiches: „Divide et impera“ (Teile und herrsche). Frei übersetzt in könnte er lauten „Binde den Lieferanten in die Entwicklung ein und nutze seine Innovationskraft“.
Es gibt vier handfeste Gründe so vorzugehen:
- Die Komplexität der Technik wird in Zukunft weiter zu- und im Gegenzug die Halbwertzeit von neuen Technologien weiter abnehmen. Selber alle Technologien zu beherrschen, würde zu viele eigene Ressourcen verschlingen und einen internen Wasserkopf aufbauen.
- Die Lieferanteneinbindung beschleunigt die Produktentwicklung laut einer Studie um 15% aufgrund der Parallelisierung von Aktivitäten. Weiterhin ist nur jedes zweite Unternehmen mit seiner eigenen Innovationskraft zufrieden.
- Die externe Entwicklung ist kostengünstiger, weil der Lieferant häufig geringere Gemeinkostenstrukturen hat. Weiterhin benötigt er insgesamt aufgrund der höheren Technologienähe auch weniger Zeit.
- Derjenige, der die Einheit baut, erkennt durch die Fertigung/Montage häufig auch, wo noch Optimierungspotenzial steckt. Dies kann in einer stärkeren Nutzung von Standardkomponenten, einer einfacheren Herstellung oder Nutzung neuer Techniken stecken.
Konzerne innovieren bereits erfolgreich mit Zulieferern
Die Vorteile der engen Zusammenarbeit mit Lieferanten im Entwicklungsstadium hat sich bei Unternehmen wie Krones, Atlas Copco oder Siemens erfolgreich bewährt. Basierend auf diesen Erfahrungen und dem obigen Leitgedanken hat Dr. Wüpping Consulting hierzu ein zweistufiges Konzept für eine effiziente Lieferanteneinbindung entwickelt.
Bestimmung der Kernkompetenzen: Es muss zusammen mit der Entwicklung festgelegt werden, welche Technologien und Weiterentwicklungen auf jeden Fall im Hause bleiben müssen und als Kernkompetenzen fokussiert werden.
Dies kann man anhand der Kerntechnologien, -prozesse und -produkte definieren, die sich anhand von Kundennutzen und Wettbewerbsvorteil bestimmen lassen.
Zulieferer sind nach ihren Kompetenzen zu klassifizieren
Klassifizierung von Lieferanten: Parallel zur Bestimmung der Kernkompetenzen sind die Lieferanten entsprechend zu klassifizieren. Dabei ist zu überprüfen, inwieweit der Lieferant selber die fachlichen Entwicklungskapazitäten und die eigene Motivation hat, komplette Module beziehungsweise Systeme selbständig weiter zu entwickeln.
Beide Kriterien sind in einer Portfoliomatrix gegeneinander aufzutragen, um die entsprechenden Handlungsfelder und deren Priorisierung zu erkennen. Innerhalb dieser Matrix kann noch einmal unterschieden werden in Lieferanten, die im Auftrag weiterentwickeln auf Basis eines klar festgelegten Lastenheftes (Stufe 2), und in Lieferanten, die in Abstimmung mit dem Kunden das Modul/System in eigener Verantwortung weiterentwickeln (Stufe 3)
Eigene Strukturen für dauerhafte Umsetzung der Innovationen anpassen
Soll dieses Vorgehen dauerhaft umgesetzt werden, so sind auch entsprechend die eigenen Strukturen zu anzupassen. Dies bedeutet, dass
- für die Entwicklung und für den Einkauf ein einheitliches Warengruppenmanagement aufgesetzt wird, da der Einkäufer jetzt zum Bindeglied zwischen Lieferant und dem eigenen F&E-Bereich wird. Bei Trumpf wurde dieses über eine Matrixorganisation gelöst.
- vom Einkäufer ein entsprechender technischer Hintergrund gefordert wird, da er jetzt in die Produktentwicklung stärker involviert ist und neue technische Ideen in das Unternehmen hineinträgt. So werden diese Personen bei Rehau als Innovation-Scouts und bei Siemens als Advanced Purchasing Engineers bezeichnet.
- vom Entwickler Projektmanagement-Fähigkeiten gefordert sind, da dieser nicht selber entwickeln muss, sondern vielmehr strukturierte Pflichtenhefte verfassen und deren Projektforschritte controllen soll. Hierzu gehört auch das Krisen- & Claim-Management, wenn die Forderungen im Lastenheft nicht erreicht werden und ein Zeitverzug entsteht.
- methodische Werkzeuge wie Design to Cost (DTC), Quality Function Deployment (QFD) oder Failure Mode Effect Analysis (FMEA) und vertikale Lieferantentage als strukturelle Werkzeuge eingesetzt werden müssen, um Schnittstellenprobleme zwischen Kunde und Lieferanten zu vermeiden. IT-Instrumente wie einheitliche CAD-Werkzeuge, Collaborations-Rooms, Lieferantenplattformen und Video-Konferenzen nicht nur leere Worthülsen bleiben, sondern verpflichtend verwendet werden und die Zusammenarbeit erleichtern.MM
- Frank Sundermann ist verantwortlich für den Bereich Beschaffung der Dr. Wüpping Consulting GmbH in 44801 Bochum
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